Ausziehen mehr wissen · besser mieten · schöner wohnen

Können Vermieter nachträgliche Schäden steuerlich geltend machen? Wie mit Schäden und verbundenen Kosten umgehen

Hinterlassen Mieter die Wohnung vermüllt und mit Schäden, ist dies für den Vermieter mehr als ärgerlich, da die Beseitigung der Schäden mit Kosten verbunden ist. Beseitigen Vermieter jedoch Schäden, die Mieter nach dem Kauf der Immobilie verursacht haben, mindern diese Ausgaben die Steuerlast. Nach einem Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf sind solche Ausgaben nicht als anschaffungsnahe Herstellungskosten zu werten, sondern als Erhaltungsaufwand (Az.: 11 K 4274/13 E).

Banner 728x90


Das heißt, dass die Kosten sofort in vollem Umfang als Werbungskosten abgesetzt werden können. Das letzte Wort hat hier allerdings der Bundesfinanzhof (BFH). Das oberste Finanzgericht muss klären, ob diese Aufwendungen für die Beseitigung nachträglich eingetretener Schäden in die sogenannte 15-Prozent-Grenze einzubeziehen sind (Az.: IX R 6/16).


Die 15-Prozent-Grenze

Nach dieser Grenze zählen Erhaltungsaufwendungen, die innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung des Gebäudes anfallen, dann zu den Herstellungskosten, wenn die Gesamtsumme ohne Umsatzsteuer 15 Prozent der Anschaffungskosten des Gebäudes übersteigt. Ausgenommen sind hier Erhaltungsarbeiten wie beispielsweise Maler- und Tapezierarbeiten oder die Erneuerung von Fußböden, Türen, Fenstern, Sanitär-, Heizungs- oder Elektroanlagen.

Daher sollten Steuerpflichtige die Aufwendungen zur Beseitigung von Schäden, die erst nach der Anschaffung entstanden sind, als sofort abzugsfähigen Erhaltungsaufwand in der Einkommensteuererklärung geltend machen. Wichtig dabei ist, dass genau dokumentiert wird, wann die Schäden im Einzelnen eingetreten sind. Nur dann besteht auch eine Chance, die Aufwendungen aus der 15-Prozent-Grenze herauszuhalten.