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Die eigene Miete kostenlos durch Experten prüfen lassen Denn Mieter zahlen im Schnitt 225 Euro zu viel Miete

Mieter zahlen im Schnitt 225 Euro zu viel Miete – wie du dich gegen zu hohe Mietforderungen wehren kannst.

In vielen Großstädten und Ballungszentren wird man das Gefühl nicht los, dass die Mieten zu hoch sind. Unter Berücksichtigung der Mietpreisbremse, zahlen Mieter im Durchschnitt 225 Euro Miete zu viel im Monat. Das geht aus Daten des Mietrechtsportals wenigermiete.de hervor.

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Gegen Wuchermiete vorgehen

Das Portal hat bislang Daten von über 7.000 Usern ausgewertet. Das Ergebnis ist wohl nur die Spitze des Eisbergs. Ziel ist es, den Menschen mehr Klarheit darüber zu geben, ob ihre Miete angemessen ist. Ist sie es nicht, kann rechtlich gegen die Wuchermiete vorgegangen werden.

Wer wissen möchte, ob er theoretisch zu viel Miete zahlt, kann dies mit nur wenigen Angaben auf der Webseite ermitteln. Grundlage der Berechnung ist die jeweilige Vergleichsmiete im Mietenspiegel. Berechnet werden können derzeitig die Mieten für Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. Bonn, Frankfurt und Jena sollen in Kürze folgen.

Wurde eine zu hohe Miete ermittelt, übernimmt das Portal auf Wunsch die rechtlichen Schritte und klärt bei Beauftragung direkt mit dem Vermieter, ob der sich auf eine Ausnahme von der Mietpreisbremse berufen kann.

Kosten fallen erst dann an, wenn die Miete tatsächlich erfolgreich gesenkt werden kann. Diese betragen einmalig ein Drittel der ersparten Miete im ersten Jahr. Der Mieter muss nichts selbst zahlen – es wird direkt mit dem Vermieter abgerechnet.

In Deutschland hat nur knapp jeder dritte Mieter schon einmal anhand des Mietspiegels geprüft, ob er zu viel Miete für seine Wohnung zahlt. Wurde eine zu hohe Miete ermittelt, klagen aber noch lange nicht alle gegen ihren Vermieter.

Die Gründe hierfür sind vielfältig: 35 Prozent der befragten Mieter, die nicht oder nur vielleicht klagen würden sagten, sie hätten kein Geld für eine juristische Auseinandersetzung. 15 Prozent gaben an, sie scheuten die Auseinandersetzung mit dem Vermieter. Und 13 Prozent schreckten wegen fehlender Gerichtserfahrung vor einem Prozess zurück.


Die Mietpreisbremse kurz erklärt

Im Grunde soll die Mietpreisbremse sprunghafte Mieterhöhungen vor allem in Metropolen verhindern. Gemäß der 2015 eingeführten Mietpreisbremse darf die Miete bei neuen Verträgen nur noch zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Das gilt aber beispielsweise nicht, wenn der Vormieter schon eine zu hohe Miete gezahlt hat.


Wuchermiete – Was droht dem Vermieter?

Vermieter gehen in der Regel kein Risiko ein, wenn sie sich nicht an die Mietpreisbremse halten. Es drohen ihnen keine Strafen. Der gesetzeswidrige Überschuss muss nicht seit Vertragsabschluss, sondern erst ab dem Zeitpunkt der Rüge zurückgezahlt werden.

Ein weiteres Problem ist auch, dass oftmals bereits die Miete vor der Neuvermietung weit über der Vergleichsmiete lag. In diesem Fall greift die gesetzliche Mietpreisbremse nicht.


Viele Regionen noch ohne Mietspiegel

Nicht überall sieht man Bedarf für die Deckelung der Mietpreise. Die Mietpreisbremse gilt nur dort, wo sie von den Bundesländern für bestimmte Ballungsgebiete mit angespannten Wohnungsmärkten verhängt wurde, um den Mietpreisanstieg beim Wohnungswechsel zu deckeln. In 12 Bundesländern wird die Mietpreisbremse bereits angewendet – Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und das Saarland sehen dafür bisher keinen Bedarf.

Ein weiteres Problem ist auch, dass viele Gemeinden, in denen die Mietpreisbremse gilt, gar keinen Mietspiegel haben. Und dort, wo es einen gibt, wird dieser meist von der Realität überholt. Oft basieren die Mietspiegel auf veralteten Daten und liegen zum Teil deutlich unter den Marktmieten.