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Widerspruch bei Kündigung wegen Eigenbedarf Fristen und Regeln um die Kündigung erfolgreich abzuwenden

Wird ein Mietvertrag gekündigt, hat der Mieter grundsätzlich das Recht, Widerspruch einzulegen. Gerade bei Eigenbedarf muss der Vermieter einige Regeln beachten. Sind die genannten Gründe für den Eigenbedarf zum Beispiel nicht plausibel, existiert eine vergleichbare Wohnung im Haus oder ist die für den Eigenbedarf angemeldete Person nur entfernt mit dem Mieter verwandt, ist ein fristgerechter Widerspruch zu empfehlen.

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Ein fristgerechter Widerspruch muss vom Mieter spätestens zwei Monate vor Beendigung des Mietverhältnisses eingereicht werden. Maßgebend ist hier § 574b BGB:

  1. Der Widerspruch des Mieters gegen die Kündigung ist schriftlich zu erklären. Auf Verlangen des Vermieters soll der Mieter über die Gründe des Widerspruchs unverzüglich Auskunft erteilen.
  2. Der Vermieter kann die Fortsetzung des Mietverhältnisses ablehnen, wenn der Mieter ihm den Widerspruch nicht spätestens zwei Monate vor der Beendigung des Mietverhältnisses erklärt hat. Hat der Vermieter nicht rechtzeitig vor Ablauf der Widerspruchsfrist auf die Möglichkeit des Widerspruchs sowie auf dessen Form und Frist hingewiesen, so kann der Mieter den Widerspruch noch im ersten Termin des Räumungsrechtsstreits erklären.
  3. Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.


Ist die Eigenbedarfskündigung korrekt und gut begründet, kann sie nur dann abgewendet werden, wenn ein sogenannter Härtefall vorliegt. Beispiele für einen Härtefall sind zum Beispiel:

  • ein besonders langes Mietverhältnis
  • Erkrankung oder Behinderung
  • Schwangerschaft
  • ein hohes Alter des Mieters
  • ein angemessener Ersatzwohnraum kann nicht beschafft werden


Im § 574 BGB heißt es dazu:

  1. Der Mieter kann der Kündigung des Vermieters widersprechen und von ihm die Fortsetzung des Mietverhältnisses verlangen, wenn die Beendigung des Mietverhältnisses für den Mieter, seine Familie oder einen anderen Angehörigen seines Haushalts eine Härte bedeuten würde, die auch unter Würdigung der berechtigten Interessen des Vermieters nicht zu rechtfertigen ist. Dies gilt nicht, wenn ein Grund vorliegt, der den Vermieter zur außerordentlichen fristlosen Kündigung berechtigt.
  2. Eine Härte liegt auch vor, wenn angemessener Ersatzwohnraum zu zumutbaren Bedingungen nicht beschafft werden kann.
  3. Bei der Würdigung der berechtigten Interessen des Vermieters werden nur die in dem Kündigungsschreiben nach § 573 Abs. 3 angegebenen Gründe berücksichtigt, außer wenn die Gründe nachträglich entstanden sind.
  4. Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.