Eigenbedarfskündigung mehr wissen · besser mieten · schöner wohnen

Wie lässt sich Eigenbedarf nachweisen Berechtigte Gründe für die Anmeldung von Eigenbedarf

Wenn dem Mieter wegen Eigenbedarf gekündigt wird, müssen bereits im Kündigungsschreiben sämtliche Gründe, welche den Eigenbedarf rechtfertigen, aufgeführt sein. Zudem muss die Begründung schlüssig und nachvollziehbar sein. Nachträglich können nur Gründe angeführt werden, die auch erst nach Aussprechen der Kündigung aufgetreten sind.

Banner 728x90

Auch darf der Grund für den Eigenbedarf erst nach Beginn des Mietverhältnisses aufgetreten sein. Sollten die angeführten Gründe für die Kündigung wegen Eigenbedarf bereits vor Unterzeichnung des Mietvertrags vorgelegen haben, ist die Kündigung unwirksam.


Berechtigte Gründe für die Anmeldung von Eigenbedarf


Die Gründe zur Anmeldung von Eigenbedarf müssen laut Gesetzt eindeutig und nachvollziehbar sein. Als nachvollziehbar gelten nur Gründe, die sich auch realisieren lassen – wir haben hier einige Beispiele aufgeführt:

  • Der Vermieter möchte die Immobilie selbst bewohnen, weil seine Wohnung gekündigt wurde, die gegenwärtigen Mietkosten zu teuer sind oder die Wohnung eine ungünstigen Lage hat.
  • Nahe Angehörige den Wohnraum benötigen.
  • Veränderte Lebensumstände wie zum Beispiel Geburt, Hochzeit, Scheidung, Arbeitsplatzwechsel oder Krankheit den Bedarf von Wohnraum verändern.


Will der Vermieter selbst oder eine begünstigte Person den vermieteten Wohnraum nutzen, müssen die Gründe dafür notwendig und sinnvoll sein. Der alleinige Wunsch, in der eigenen Immobilie zu wohnen, reicht noch nicht aus. Zudem muss der Wohnbedarf als angemessen gelten.


Schadenersatz bei vorgetäuschtem Eigenbedarf


Wird der Eigenbedarf vorgetäuscht, weil der Vermieter durch die Kündigung zum Beispiel eine Mieterhöhung anstrebt, ist dies strafbar. Der Gesetzgeber verbietet Kündigungen zur schlichten Mieterhöhung und stärkt in diesem Fall eindeutig die Rechte der Mieter.

Doch kommt es trotzdem immer wieder vor, dass die Anmeldung von Eigenbedarf missbräuchlich verwendet wird, um zum Beispiel unliebsame Mieter loszuwerden und/oder die Miete zu erhöhen. Hier werden häufig konstruierte Begründungen für den Eigenbedarf angegeben. Ist die Begründung nicht schlüssig, sollte sich der Mieter in jedem Fall Rat vom Anwalt einholen und gegebenenfalls Widerspruch gegen die Kündigung wegen Eigenbedarf einlegen.

Vorgetäuschter Eigenbedarf stellt einen Rechts- und Vertragsbruch dar. Die Kündigung ist juristisch unwirksam und der Mieter hat Anspruch auf Schadenersatz. Dazu kann auch die Fortführung des Mietverhältnisses zählen – in der Regel besteht der Schadenersatz bei vorgetäuschtem Eigenbedarf aber in einer Geldleistung, die die finanziellen Schäden des Mieters mindern soll.


Folgende Kosten sind bei vorgetäuschtem Eigenbedarf ersatzfähig:

  • Rechtsanwaltskosten
  • Umzugskosten
  • Renovierungskosten
  • Aufwendungen für die Wohnungssuche (inkl. Urlaubstage)
  • Mehrkosten für die Wohnung


Die Beweispflicht für vorgetäuschten Eigenbedarf liegt beim Mieter – hier kann sich der Nachweis durchaus schwierig gestalten. Es ist zu empfehlen, sich in diesem Fall Rat von einem Anwalt für Mietrecht zu holen.