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Die Traumwohnung, die es nicht gibt – Vorsicht bei gefälschten Wohnungsanzeigen

Vermehrt warnen Verbraucherschützer vor vermeidlichen Wohnungs-Schnäppchen im Internet – nicht alle Anzeigen sind seriös. Anzeigen wie zum Beispiel: „Frisch renovierte 4-Zimmer-Wohnung in der Innenstadt inklusive Parkplatz für 600 Euro Warmmiete.“ klingen zu schön um wahr zu sein. Hier ist Vorsicht geboten – denn hinter solchen online Anzeigen für vermeintliche Schnäppchen-Wohnungen, stecken häufig Betrüger.


Woran kann man gefälschte Wohnungsanzeigen erkennen?

Wohnungssuchende starten Ihre Suche meist im Internet. Auf Portalen wie immobilienscout24.de, wg-gesucht.de oder immowelt.de finden sich zahlreiche Wohnungsangebote – aber auch in speziellen Gruppen auf Facebook werden Inserate veröffentlicht. Selbst auf der Online-Zimmervermittlungsplattform Airbnb, auf der Urlauber eher Zimmer für einen kurzen Zeitraum mieten können, gibt es häufig Angebote für eine längerfristige Vermietung.

Nur findet man hier leider nicht nur seriöse Anzeigen. Vermehrt versuchen Kriminelle mit gefälschten Inseraten, an das Geld und die persönlichen Daten von Internetnutzern zu gelangen. Die Betrugsmaschen werden dabei immer ausgeklügelter.

Eine häufig angewandte Masche ist, sich als Vermieter oder Eigentümer auszugeben, der im Ausland lebt und nicht zur Wohnungsbesichtigung kommen kann. Der vermeintliche Vermieter bietet daher an, den Schlüssel per Post oder durch einen Mittelsmann zu überbringen und verlange dafür eine Kaution. Sobald die Opfer das Geld überwiesen haben, hören sie nichts mehr vom angeblichen Vermieter und bekommen weder die Schlüssel zur Wohnung noch ihr Geld zurück.

In einigen Fällen wird den Interessenten die Wohnung auch ohne Besichtigung zugesagt, wenn sie die Mietkaution direkt überweisen. In keinem Fall, sollten Wohnungssuchende etwas zahlen, bevor sie das Objekt besichtigt und einen Mietvertrag unterschrieben haben. Denn in Regionen mit großer Wohnungsnot nutzen Betrüger die Notsituation der Interessenten häufig aus und verlangen bereits Geld dafür, überhaupt in die Vorauswahl für eine Immobilie zu kommen.

Auch auf die sensiblen Daten ihrer Opfer haben die Kriminellen ein Auge geworfen. Diese versenden dann sogenannte Phishing-Mails im Namen bekannter Online-Portale, in denen die Empfänger dazu aufgefordert werden, sich über einen Link mit ihren Zugangsdaten auf der jeweiligen Plattform anzumelden. Der Link in der E-Mail führt allerdings nicht auf die Original-Webseite des Anbieters, sondern zu einer gefälschten Internetseite, die auf den ersten Blick nicht von der Original-Seite zu unterschieden ist. Geben Nutzer dort ihre Zugangsdaten ein, können Betrüger diese abfangen und missbrauchen. Auch Schadsoftware, die über den E-Mail-Anhang versendet wird, stellt eine Gefahr dar. Deswegen sollten Dateien unbekannter Absender niemals geöffnet werden.

Eine weitere Masche ist, dass Betrüger ihre Opfer auffordern, eine Kopie ihres Personalausweises per E-Mail zu versenden, um sich vor der vermeintlichen Wohnungsbesichtigung zu identifizieren. Dieser Aufforderung sollten Verbraucher aber auf keinen Fall nachkommen, da die Personalien für einen Identitätsdiebstahl genutzt werden könnten.

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Misstrauisch sein

Verbraucherzentralen empfehlen, bei ungewöhnlich günstigen Wohnungsangeboten grundsätzlich misstrauisch zu sein. Einen Überblick über die üblichen Ortsmietet gibt der Mietpreisspiegel, der von den Kommunen veröffentlicht wird. So erhalten auch ortsunkundige die Möglichkeit, Preise zu überprüfen und zu vergleichen.

Vorsicht ist auch bei zu perfekten Bildern geboten. Betrüger kopieren häufig Fotos aus dem Internet, um Interessenten zu täuschen. Hier kann eine umgekehrte Bildersuche bei Google Aufschluss bieten. Mit dieser Funktion können Internetnutzer herausfinden, ob und wo das Bild an anderer Stelle im Netz zu finden ist.

Auch schlechtes Deutsch, viele Grammatik- und Rechtschreibfehler oder Anfragen in englischer Sprache sollten hellhörig machen. Gerne kopieren Betrüger auch oft Wohnungsbeschreibungen aus echten Inseraten. Überprüfen können Wohnungssuchende dies, indem sie Teile des Textes in eine Suchmaschine eingeben. Erscheint hier ein ähnliches Inserat mit unterschiedlichen Kontaktinformationen, handele es sich bei dem Angebot wahrscheinlich um eine Fälschung.

Fehlen zum Beispiel Angaben zur Warm- und Kaltmiete oder dem Ansprechpartner, sollten Wohnungssuchende misstrauisch werden. Eine auffällige E-Mail-Adresse gibt ebenfalls Grund zur Vorsicht. Dies gilt auch bei Überweisungen ins Ausland. Ist nicht klar, warum sich das Konto in einem bestimmten Land befindet, sollten Nutzer kein Geld überwiesen.


Was können Opfer tun?

Wer Opfer einer gefälschten Wohnungsanzeige im Internet geworden ist und bereits Geld an die Betrüger gezahlt hat, sollte in jedem Fall Strafanzeige bei der Polizei erstatten. Darüber hinaus sollte die eigene Bank informiert werden, da die Zahlung innerhalb von acht Wochen rückgängig gemacht werden kann, sofern sie per Lastschrift erfolgte. Auch sollte unbedingt das Immobilienportal informiert werden, auf dem die gefälschte Anzeige geschaltet wurde. So können andere Nutzer vor einem ähnlichen Schicksal bewahrt werden.


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