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Fallen im Mietvertrag Darauf solltet ihr achten

Gerade in Ballungsräumen wie Berlin gestaltet sich die Wohnungssuche oft schwierig. Ist die passende Wohnung dann doch gefunden, sollten Mieter den Mietvertrag genau lesen, bevor sie ihn unterschreiben – hier gibt es einige Fallen, auf die es zu achten gilt.

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Nach zahllosen, Inseraten, Telefonaten und Wohnungsbesichtigungen ist die Freude bei einer Zusage des potentiellen Vermieters erst mal groß. In der Euphorie unterschreibt der Mieter aber oft viel zu vorschnell einen Mietvertrag, ohne ihn im Vorfeld gründlich gelesen zu haben. Dies kann im Nachhinein zu bösen Überraschungen führen – einige Klauseln, die auf den ersten Blick harmlos und rechtlich in Ordnung wirken, können Ärger und Mehrkosten bedeuten.

Um Fallstricke im Mietvertrag zu vermeiden, sollte der Mieter sich unbedingt ausreichend Zeit nehmen, den Mietvertrag zu studieren, bevor er ihn unterschreibt. Bei Unklarheiten kann auch der Rat eines Anwalts hinzugezogen werden. Folgende Fallen tauchen im Mietvertrag besonders häufig auf:


Falsche Angaben zur Wohnungsgröße

Oft ist es der Fall, dass die angegebene Quadratmeterzahl im Mietvertrag mit der tatsächlichen Abmessung der Wohnung nicht übereinstimmt. Diese Angaben sollten vor der Vertragsunterzeichnung vom Mieter überprüft werden – denn entscheidend ist, welche Quadratmeterzahl im Vertrag angegeben ist. Danach richten sich letztlich auch der Quadratmeterpreis sowie die Betriebskosten. Selbst wenn die Wohnung in Wirklichkeit kleiner ist als im Vertrag angegeben - was im Vertrag steht, zählt.

Erst bei einer Abweichung von mehr als zehn Prozent kann der Mieter die Miete kürzen. Auch kann eine Korrektur der Betriebskostenabrechnung eingefordert werden. In schweren Fällen ist sogar eine fristlose Kündigung möglich.


Wer kommt für Kleinreparaturen auf?

Oft kommt es bei der Frage um Kleinreparaturen zum Streit. Ob zum Beispiel eine wackelnde Türklinke oder ein tropfender Wasserhahn – Kosten für Kleinreparaturen an Gegenständen, die dem häufigen und unmittelbaren Zugriff des Mieters ausgesetzt sind, können auf den Mieter übertragen werden, wenn die sogenannte Kleinreparaturklausel im Vertrag steht. Die Höhe der Kosten ist jedoch begrenzt und variiert von Ort zu Ort.


Kündigungsverzicht für eine bestimmte Dauer

Unterschreibt der Mieter einen Mietvertrag mit Kündigungsverzicht, willigt er ein, die Wohnung innerhalb eines vereinbarten Zeitraums nicht zu kündigen. Hier ist Vorsicht geboten – es kann immer einen Grund für einen vorzeitigen Austritt aus dem Mietverhältnis geben. Sei es ein Pflegefall in der Familie, Arbeitslosigkeit oder eine Trennung. Treten solche Fälle auf, stecken Mieter mit Kündigungsverzicht in Schwierigkeiten.

Aus solch einem Mietvertrag kommt man nur raus, wenn der Vermieter gewillt ist. Hier kann der Vermieter jedoch auch Forderungen, wie zum Beispiel eine Ablöse, an den Mieter stellen.


Betriebskostenpauschale ohne Rückerstattung

Neben der monatlichen Kaltmiete, fallen zudem Betriebskosten an. Diese können je nach Wohnung Ausgaben für Strom, Heizung, Wasser, die Abfallentsorgung oder den Hausmeister umfassen.

In der Regel, zahlen Mieter monatlich eine entsprechende Vorauszahlung, die am Ende des Jahres mit den tatsächlichen Kosten verrechnet wird. Hat der Mieter während des Jahres zu viel gezahlt, bekommt er Geld zurück. Falls sein Verbrauch höher als veranschlagt war, ist eine Nachzahlung fällig. Fehler in der Abrechnung sollten sofort reklamiert werden.

Sind die Betriebskosten nicht durch eine Vorauszahlung, sondern durch eine Pauschale im Mietvertrag geregelt, hat der Mieter in den meisten Fällen erhöhte Kosten zu tragen. Im Fall einer Betriebskostenpauschale ist der Vermieter nicht verpflichtet, eine Abrechnung zu erstellen. Es gibt auch keine Nachzahlungen oder Rückerstattungen. Ein sparsamer Mieter zahlt hier also mehr als bei einer Vorauszahlung.


Geduldete Mängel

Übernimmt der Mieter die Wohnung in dem Zustand, in dem er sie besichtigt hat, bedeutet das, dass er sich mit etwaigen Mängeln abfindet. Ob Schimmel oder undichte Fenster – ist der Vertrag erst unterschrieben, ist keine Mietminderung aufgrund "geduldeter Mängel" möglich. In gewissen Fällen kann der Mieter die Reparatur jedoch vom Vermieter einfordern.

Bei der Wohnungsbesichtigung sollte man sich auf jeden Fall genug Zeit nehmen, um etwaige Mängel zu erkennen und anzusprechen.