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Mit dem Wohnberechtigungsschein (WBS) auf Wohnungssuche Wo und wie beantrage ich einen WBS?

Wer einen Wohnberechtigungsschein (WBS) besitzt, kann sich auf bestimmte Sozialwohnungen bewerben. Wo in der Stadt Sozialwohnungen frei sind, kann im Internet recherchiert werden – aber auch im Anzeigenteil der Tageszeitungen (vor allem in der Samstagsausgabe) sind Sozialwohnungen inseriert.

Die meisten Berliner Wohnungsunternehmen bieten online einen Abfrageservice mit vermietbaren Wohnungen an. In den Angeboten ist in der Regel auch vermerkt, ob zum Beispiel ein Wohnberechtigungsschein benötigt wird. Wird die Wohnung nur an WBS-Inhaber überlassen, muss der Interessent dementsprechend im Besitz eines gültigen und passenden WBS sein.

Wann wird besonderer Wohnbedarf anerkannt?

Einige Sozialwohnungen werden nur an WBS-Inhaber mit besonderem Wohnbedarf vermietet. Ist der Wohnungssuchende seit mindestens einem Jahr mit Hauptwohnsitz in Berlin gemeldet, kann ein besonderer Wohnbedarf anerkannt werden, wenn:

  • Haushalte mit einem oder mehreren Kindern in räumlich unzureichenden Wohnverhältnissen leben.
  • Unzureichende Wohnverhältnisse liegen – unbeschadet weitergehender Regelungen in Gesetzen und Verordnungen – vor, wenn in der Regel nicht mindestens:
    • für zwei Personen: ein Wohnraum
    • für drei Personen: zwei Wohnräume
    • für vier und fünf Personen: drei Wohnräume
    • für sechs Personen und mehr: vier Wohnräume
    zur Verfügung stehen.
  • Personen mit einem nachgewiesenem Schwerbehinderungsgrad von 50 und mehr in Wohnverhältnissen leben, die aufgrund der anerkannten Leiden objektiv ungeeignet sind.
  • Personen in Einrichtungen der sozialen Wohnhilfe oder sonstigen Behelfsunterkünften wie zum Beispiel Frauenhäusern oder Zufluchtswohnungen untergebracht sind.
  • Personen, die das 65.Lebensjahr überschritten haben, eine unterbelegte Mietwohnung aufgeben – wenn die Anzahl der Zimmer größer als Anzahl der Haushaltsangehörigen ist.
  • Personen unverschuldet ihre Mietwohnung räumen müssen (z.B. aufgrund eines bauordnungsrechtlichen Benutzungsverbots oder mit Beendigung des Dienst- bzw. Arbeitsverhältnisses).
  • Leistungsempfangende nach SGB II und SGB XII (Grundsicherung bei Arbeitssuche, im Alter oder bei Erwerbsminderung), die vom JobCenter/Sozialamt eine konkrete Aufforderung zum Umzug in eine "angemessene Wohnung" erhalten haben.
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Wo und wie beantrage ich den Wohnberechtigungsschein?

Für den Wohnberechtigungsschein muss ein Antrag gestellt werden. Der ausgefüllte WBS-Antrag sowie die notwendigen Unterlagen können dann an das bezirkliche Bürgeramt oder Wohnungsamt gesendet werden. Zuständig ist immer der Berliner Bezirk, in dem der/die Antragssteller/in gemeldet ist. Wer erst noch nach Berlin ziehen möchte, sendet den WBS-Antrag an ein Berliner Wohnungsamt seiner Wahl. Der erteilte Wohnberechtigungsschein gilt dann für ganz Berlin.

Damit Ihr WBS-Antrag schnell bearbeitet werden kann, sollten beim bezirklichen Bürger- oder Wohnungsamt folgende Unterlagen eingereicht werden:

Antrag auf einen Wohnberechtigungsschein (BauWohn 502) mit folgenden Anlagen:

  • Einkommenserklärung (BauWohn 504) mit Einkommensbescheinigung (BauWohn 504a)
  • Meldenachweis (in Kopie)
  • Ausweisdokument (in Kopie)


Abhängig von der konkreten Situation sind weitere Unterlagen zur Bearbeitung des WBS-Antrages erforderlich:

  • Partnerschaftserklärung (BauWohn 550)
  • Erklärung über das gemeinsame Sorgerecht (BauWohn 549)
  • Geburtsurkunde Ihrer mitziehenden Kinder (in Kopie)
  • Heiratsurkunde oder Lebenspartnerschaftsurkunde (in Kopie, siehe Hinweise BauWohn 502)
  • Nachweis über einen anderen Familienstand, zum Beispiel Scheidungsurteil, Sterbeurkunde (in Kopie, siehe Hinweise BauWohn 502)
  • Vaterschaftsanerkennung (in Kopie, siehe Hinweise BauWohn 502/549)
  • Schwerbehindertenausweis (in Kopie, siehe BauWohn 502)
  • Mutterpass (in Kopie, siehe Hinweise BauWohn 502)
  • Semesterbescheinigung (in Kopie)
  • Nachweis über den Aufenthaltstitel, z.B. durch Aufenthaltserlaubnis, wenn Sie Bürgerin oder Bürger eines Staates außerhalb der EU sind.


Die Voraussetzungen zur Anerkennung des "besonderen Wohnbedarfes" prüft das bezirkliche Wohnungsamt. Ob Sie für einen Wohnberechtigungsschein berechtigt sind, können Sie auf ihrem städtischen Portal, zum Beispiel bei der Berliner Stadtentwicklung herausfinden.


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