Kaution mehr wissen · besser mieten · schöner wohnen

Wie funktioniert die Mietkautionsbürgschaft und für wen lohnt es sich?

Ein Umzug bedeutet meist nicht nur Stress und Arbeit, sondern verursacht auch Kosten. Neben den Umzugskosten, sind Maklerprovision und Mietkaution weitere hohe Kostenfaktoren, die es zu bewerkstelligen gilt. Hinzu kommen vielleicht noch Kosten für neue Möbel und/oder eine Renovierung.

Wer sich die Mietkaution sparen möchte, für den ist die Mietkautionsbürgschaft vielleicht eine Alternative.


Bei einer Bürgschaft, steht der Bürge im Fall einer Forderung für den Dritten (hier dem Mieter) ein. Bei der Kreditvergabe bürgen zum Beispiel oft Familienmitglieder für Verwandte. Im Fall einer Mietkautionsbürgschaft sind es hingegen Versicherungen oder Banken, die zum Beispiel bei einem Mietausfall bürgen und den Schaden gegenüber dem Vermieter regulieren, sollte es zu Zahlungsforderungen kommen. Deswegen nennt man diese Variante auch Kautionsversicherung.


Die Bürgschaftskosten vergleichen

Wurde eine Mietkautionsbürgschaft abgeschlossen, muss keine Kaution mehr gezahlt werden. Auch das nachträgliche Zurückholen einer geleisteten Kaution ist möglich. Zur Absicherung bei möglichen Ansprüchen, erhält der Vermieter bzw. Wohnungseigentümer im Gegenzug die Kautionsbürgschaft.

Juristisch korrekt handelt es sich hier um "selbstschuldnerische Bürgschaften" unter Verzicht von Einrede auf Vorausklage. Im Schadensfall kann der Vermieter die Kautionssumme ganz oder anteilig anfordern – die Auszahlung erfolgt in der Regel schnell und unbürokratisch.

Häufige Irrtümer

  • Die Mietkautionsbürgschaft funktioniert wie ein Kredit, den ich abzahlen muss. - FALSCH
  • Bei Mietschulden übernimmt die Versicherung den Schaden und ich bin fein raus. - FALSCH
  • Abschließen kann ich die Mietkautionsbürgschaft erst, wenn der Mietvertrag unterschrieben wurde. - FALSCH
  • Mietbürgschaft, Mietkautionsbürgschaft und Kautionsversicherung unterscheiden sich grundlegend. - FALSCH


Für wen lohnt sich eine Mietkautionsbürgschaft?

Die Mietkautionsbürgschaft lohnt sich für diejenigen, die über keine finanziellen Reserven verfügen. Zudem kann die gesparte Kaution zum Beispiel in neue Möbel, eine neue Kücheneinrichtung und Wohnaccessoires investiert werden. In diesen Fällen ist die Mietkautionsbürgschaft eine gute Alternative. Man muss keinen Ratenkredit aufnehmen oder den Dispo strapazieren.

Banner 728x90


Wann sich eine Mietkautionsbürgschaft für Studenten lohnt

Studenten wechseln in der Regel häufig ihre Wohnung. Gründe dafür sind zum Beispiel der Wechsel des Studienortes oder einfach die ständige Suche nach bezahlbaren Wohnungen in Städten. Die hohe Fluktuation ist dabei oft ein Problem für Vermieter. Da ein Mietverhältnis auch Vertrauenssache ist, werden langjährige Mieter Kurzzeitmietern wie Studenten meist vorgezogen.

Zum hohen organisatorischen Aufwand bei der Wohnungssuche mit zahlreichen Besichtigungen und dem Arbeitsaufwand bei Renovierung und Umzug, kommt zudem der finanzielle Engpass bei Studenten – gerade bei einem Umzug. Die neue Kaution ist fällig, das Geld dafür oft nicht vorhanden. Hinzu kommt oft noch die Maklerprovision.

Was gibt es für Möglichkeiten, als Student das Geld zu besorgen?

  • Dispokredit überziehen oder einen neuen Kredit aufnehmen?
  • Geld für die Kaution bei den Eltern leihen?
  • Kaution aus der Rückzahlung der alten Kaution finanzieren?
  • Eine Mietkautionsversicherung abschließen.


Ein Dispokredit kann sehr teuer werden. Der Erhalt für Studenten ist eher fraglich. Wer sich Geld bei den Eltern leiht, hat oft moralische Bedenken, da die Eltern in der Studienzeit schon oft "ausgeholfen" haben. Auf die alte Kaution warten funktioniert nur dann, wenn diese zeitnah zurückgezahlt wird und vom Betrag her die neue zu leistende Kaution abdeckt. Problematisch wird es bei der ersten Wohnung, wenn keine Altkaution im Umlauf ist.


Mietkautionsbürgschaft schont Liquidität der Studenten

Da einige Anbieter zwar die max. Höhe, bis zu der eine Absicherung für Studenten erfolgen kann, deckeln aber auch günstige Tarife für Studenten anbieten, stellt die Kautionsbürgschaft die beste Lösung dar, sollte das Geld für die Barkaution nicht verfügbar sein.

Im Folgenden die Beispielrechnung mit Alternativen zur Finanzierung einer Kaution in Höhe von 1.000 €.

Art der Finanzierung   |  ∅ Zinsen   |  Kosten pro Jahr  
Überziehung Dispo   15 % 150 Euro Zinsen
Dispokredit 10 % 100 Euro Zinsen
Ratenkredit 8 % 80 Euro Zinsen
Kautionsbürgschaft 5 % 50 Euro Zinsen


Vorteile für Mieter

Gerade für Erstmieter, Studenten und Berufsanfänger, denen kein Geld aus der Rückzahlung der alten Kaution zufließt, kann es knapp werden. Verteuert sich der neue Wohnraum, entsteht durch die höhere Kaltmiete eine nicht unerhebliche Differenz – hier kann eine Mietkautionsbürgschaft helfen.

Vorteile einer Mietkautionsbürgschaft:

  • Eure finanzielle Belastung sinkt - das Geld steht frei zur Verfügung.
  • Aufnahme eines Dispokredites für Umzug und neue Einrichtung nicht notwendig.
  • Man kann eine schon geleistete Barkaution zurückholen und gewinnt Liquidität.
  • Die Beantragung im Internet ist sehr einfach und dauert online nur wenige Minuten. Nach zwei bis drei Tagen bekommt man schon die Urkunde.
  • Im Gegensatz zu einer Bankbürgschaft (z.B. DKB Mietaval) reduziert sich die Kreditwürdigkeit (Scoring) nicht.
  • Die Gefahr, dass der Vermieter die Mietkaution nicht treuhänderisch auf einem Kautionskonto anlegt, besteht nicht.
  • Widerrufs- und Kündigungsrecht ohne Kündigungsfristen auch vor Ende des Mietverhältnisses. Als Sicherheitsleistung ist dann eine Barkaution zu entrichten.
  • Bei einer Bürgschaft im Familien- oder Freundeskreis besteht immer Konfliktpotenzial.


Wer kann auf eine Mietkautionsbürgschaft verzichten?

Die Kosten für die Sicherungsabtretung können sich über die Jahre summieren. Wer Kapital auf dem Tagesgeldkonto oder Sparbuch hat, das er nicht dringend benötigt, kann die Kaution selbst bezahlen. Auch wer eine gleichwertige Summe aus einem alten Mietverhältnis zurückerstattet bekommt und diese nicht neu verplant hat, kann sich den Antrag für eine Mietkautionsbürgschaft sparen.

In der Praxis kommt es immer wieder zu Streitfällen. Bei einer Bürgschaft auf erste Anforderungen (z.B. Moneyfix®, DKB) kann es in Einzelfällen zu einer unberechtigten Inanspruchnahme durch den Vermieter kommen. Als Wohnungsmieter kann man das nur gerichtlich verhindern.

  • Über die Jahre fallen erhebliche Kosten in Form von Gebühren für die Kautionsversicherung an.
  • Eine Bankbürgschaft bei einer Bank könnte sich auf das Scoring bzw. Schufa-Werte negativ auswirken.
  • Eine ungerechtfertigte Inanspruchnahme durch den Vermieter kann bei Bürgschaften auf erstes Verlangen nur gerichtlich verhindert werden.


Banner 728x90


Worin liegen die Vorteile für einen Vermieter oder Wohnungseigentümer?

Ein bedeutender Vorteil für den Vermieter ist der geringe Verwaltungsaufwand. Er erhält die Bürgschaftsurkunde und muss nicht die Barkaution auf einem Kautionskonto oder Mietkautionssparbuch anlegen. Dabei müsste eine jährliche Zinsabrechnung erfolgen die ebenfalls Zeit kostet. Auch der Mieter wäre jährlich darüber zu unterrichten.

Die Urkunde als Zertifikat an sich ist ebenfalls positiv, da die Gesellschaften Bürgschaften nur nach erfolgreicher Schufa, Infoscore oder Kreditreform-Auskunft ausstellen. Der Vermieter spart sich eine eigene Bonitätsprüfung und kann sicher sein, dass der neue Mieter finanziell keine negative Vorgeschichte hat. So kann er mit pünktlichen Mietzahlungen rechnen.


Wer erhält die Bürgschaftsurkunde?

Die Versicherung übernimmt eine Bürgschaft nur, sollte die Bonität gut sein. Das heißt, wenn zumindest keine Schufa oder Infoscore Einträge vorhanden sind. Auf der Urkunde sind Daten zum Mietverhältnis sowie die Kautionshöhe von max. drei Kaltmieten (Rechtsgrundlage laut BGB) vermerkt.

Der Weg, auf dem der Vermieter das für seine Sicherheit wichtige Dokument erhält, kann zwischen den Anbietern variieren.

Variante 1: Man bekommt die Wohnbürgschaftsurkunde als zertifiziertes Dokument von der Kautionskasse oder Versicherung nach Abschluss eines Mietkautionsvertrages per Post zugesandt. Das Original dieser Urkunde ist dem Vermieter auszuhändigen. Endet das Mietverhältnis, geht die Urkunde über den Mieter wieder zurück zur Kautionskasse.

Variante 2: Die Kautionskasse sendet die Urkunde im Original direkt an den Vermieter und eine Kopie an den Mieter. Bei Ende des Mietverhältnisses unterschreibt der Wohnungsvermieter eine Haftungsfreistellungserklärung und schickt die Urkunde wieder zur Versicherung zurück.


Verzögerte Rückgabe

Rechtlich ist es nicht genau definiert aber durchaus üblich, dass man auf die Bürgschaftsurkunde nach Auszug noch eine angemessene Frist von 14 Tagen warten muss. Der Wohnungseigentümer will vielleicht erst die fachmännische Einschätzung eines Handwerkers, ob Schäden am Wohneigentum vorliegen. Auch die letzte Nebenkostenabrechnung kann noch anstehen und im Negativfall eine Nachzahlung bedeuten. Grund genug, die Rückgabe der Mietbürgschaft noch aufzuschieben. Das betrifft auch hinterlegte Barkautionen. Besonders ärgerlich, wenn das Geld schnell benötigt wird, um zum Beispiel die neue Kaution zu bezahlen.


Warum ist eine Mietkaution sinnvoll und wird verlangt?

Im deutschen Mietrecht gibt es keine Verpflichtung für den Haus- oder Wohnungseigentümer bzw. Verwalter, eine Mietkaution zu verlangen. Die geleistete Mietsicherheit stärkt die Position der Eigentümer für den Fall von mutwilligen Beschädigungen am Wohneigentum sowie bei ausbleibenden Mietzahlungen.

Gründe für eine Absicherung:

  • für Schäden am Wohneigentum oder Haus- und Garteneigentum
  • für ausbleibende Mietzahlungen / Mietrückstand oder fehlende Nebenkostenzahlung
  • bei Verstößen gegen die Mietbedingungen / Mieterordnung


Welchen Betrag für eine Mietkaution darf der Vermieter maximal berechnen?

Durch § 551 BGB wird die Sicherungssumme für private Mietverhältnisse auf das Dreifache der Kaltmiete (ohne Nebenkosten) begrenzt. Die Bürgschaften werden bis zu genau dieser Höhe ausgestellt. Das heißt, die max. Haftbarkeitssumme ist auf diesen Maximalbetrag begrenzt. Die Zahlung der Mietkaution kann in maximal drei Teilbeträgen erfolgen.


Weitere interessante Artikel für Mieter und Wohnungssuchende:
- Für Mieter & Vermieter: Bestellerprinzip bei Maklerprovision
- Was du über die Mietkaution wissen solltest
- Für deine erste Wohnung: Innovative Wohnideen
- Schönheitsreparaturen durch Mieter: Warum beim Auszug oft nicht renoviert werden muss