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Auf gute Nachbarschaft diese Urteile sollten Mieter kennen

Sie planen einen Umzug in eine neue Nachbarschaft? Damit sich das Leben in der neuen Mietwohnung und mit den neuen Nachbarn harmonisch gestaltet, sollten Sie Ihre Rechte und Pflichten als Mieter kennen.

Dürfen Sie auf dem Balkon grillen? Wann müssen Sie Schnee schippen? Und darf der Vermieter das Halten von Hund und Katze pauschal verbieten? – mit solchen Fragen beschäftigen sich Amts- und Landgerichte in ganz Deutschland. Rund 280.000 Streitigkeiten landeten 2014 laut Statistischem Bundesamt vor Gericht. In den meisten Fällen können Unklarheiten aber ohne den Gang vor Gericht beseitigt werden. Dennoch – ein fünftel aller Zivilverfahren sind Mietstreitigkeiten.

Damit es bei Ihnen nicht so weit kommt, stellen wir Ihnen hier einige Urteile im Mietrecht vor.

Grillen auf dem Balkon 

Grillen gehört im Sommer einfach dazu. Möchten Sie auf Ihrem Balkon mit Holzkohle grillen, sollten Sie vorab Ihren Mietvertrag genau lesen. Das Landgericht Essen hat festgelegt, dass das Grillen auf Balkon oder Terrasse verboten werden kann. Wird dies ignoriert, kann Ihnen der Vermieter nach erfolgloser Abmahnung fristlos kündigen (Az. 10 S 438/01). Wird im Garten gegrillt, sollten Nachbarn nicht unzumutbar beeinträchtigt werden (AG Wedding Az. 10 C 476/89).

Haustierhaltung

Die Haltung von Hund oder Katze kann laut Bundesgerichtshof (BGH) nicht generell verboten werden. Eine solche Klausel im Mietvertrag würde den Mieter unangemessen benachteiligen. Es muss immer im Einzelfall abgewogen werden, ob und wie die Haustierhaltung zulässig ist. Hier müssen auch die Interessen der Nachbarn berücksichtigt werden.

Wohnung bei Auszug renovieren?

Wenn Sie eine unrenovierte Wohnung bezogen haben, brauchen Sie auch beim Auszug nicht Streichen oder Bohrlöcher zuspachteln. Streichen müssen Sie dann, wenn Sie so lange in einer Wohnung leben, dass es über die vertraglich festgelegten Fristen für die nächste Renovierung hinausgeht (BGH VIII ZR 185/14).

Winterdienst

Es ist erlaubt, dass der Mieter die Pflicht zum Schneeräumen und Streuen von Gehwegen per Mietvertrag auf seine Mieter überträgt. Er muss dies zwar kontrollieren, darf aber darauf vertrauen, dass Sie als Mieter auch wirklich räumen (OLG Dresden Az. 7U 905/96). Das ist besonders für die Haftungsfrage bei Stürzen relevant.

Laut Straßen- und Wegerecht müssen Gehwege und Zugänge zwischen sieben und 20 Uhr von Schnee und Eis geräumt und auch gestreut sein. Früher als sechs Uhr muss der Weg aber nicht geräumt werden (OLG Düsseldorf Az. 24 U 143/99) – an Sonn- und Feiertagen reicht auch acht Uhr.

Auf unserer Online-Plattform MeineBleibe.com können Mieter Ihren Vermieter oder Hausverwaltungen bewerten. So finden Sie garantiert die für Sie passende Wohnung in netter Nachbarschaft.

Wir haben uns als Ziel gesetzt, Problemen mit dem Vermieter und den Nachbarn vorzubeugen. Wir möchten Ihnen eine Entscheidungshilfe anbieten, um den perfekten Match zwischen Mieter und Vermieter zu generieren.