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Die 10 wichtigsten Mietrechte diese Rechte haben Mieter gegenüber ihrem Vermieter

Wer in eine neue Mietwohnung zieht, ist mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Dazu zählt auch der Mietvertrag mit seinen verschiedenen Klauseln. Doch was ist erlaubt und was nicht? Wir klären Euch über die 10 wichtigsten Mieterrechte auf, die Ihr als Mieter kennen solltet.

1. Das Bestellerprinzip – wer muss den Makler zahlen?

Seit dem 01.06.2015 gilt für Mietwohnungen das Bestellerprinzip – demnach muss derjenige den Makler bezahlen, der ihn auch beauftragt hat. Hat also der Vermieter den Makler mit der Vermittlung der Wohnung und der Suche nach einem passenden Mieter beauftragt, muss der Mieter keine Maklerprovision zu bezahlen. Wer diese Gebühren trotzdem bezahlt hat, kann sie nach den Regeln zur ungerechtfertigten Bereicherung des Bürgerlichen Gesetzbuchs zurück verlangen. Der Anspruch verjährt nach drei Jahren.


2. Kann die Mietkaution auch in Raten gezahlt werden?

In der Regel, muss beim Abschluss eines Mietvertrags auch eine Kaution bezahlt werden. Laut Mietrecht darf diese drei Nettokaltmieten nicht überschreiten (§ 551 BGB). Zudem darf der Mieter diese in drei gleichen Monatsraten bezahlen, wobei die erste Rate mit Beginn des Mietverhältnisses fällig ist. Die Kaution muss der Vermieter bei einem Kreditinstitut zu den für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinsen anlegen.


3. Auf das Hausrecht bestehen – der Mieter bestimmt, wer die Wohnung betreten darf

Das Hausrecht der gemieteten Wohnung hat ausschließlich der Mieter – allein er entscheidet, wer die Wohnung betreten darf und wer nicht. Wohnungsbesichtigungen sind daher nur mit Absprache des Mieters möglich. Ein Mieter, der seinen Vermieter aus der Wohnung schmeißt, könne nicht gekündigt werden, hat der Bundesgerichtshof entschieden. (Az.: VIII ZR 289/13). Denn wer unbefugt die Wohnung seines Mieters betrete, begehe Hausfriedensbruch. Das gilt auch für Hausmeister oder Hausverwalter. Sie haben kein Recht auf einen Zweitschlüssel.

Der Vermieter darf die Wohnung nicht ohne konkreten Anlass und ohne Vorankündigung inspizieren – schon gar nicht in Abwesenheit des Mieters. Anderslautende Klauseln im Mietvertrag sind unwirksam. Der Vermieter hat aber das Recht, in regelmäßigen Abständen von ein bis zwei Jahren die Wohnung zu besichtigen. Hierzu bedarf es allerdings der Zustimmung des Mieters – der Besichtigungstermin muss rechtzeitig angekündigt werden. Tritt zum Beispiel ein Mangel an der Wohnung auf, hat der Vermieter ein besonderes Besichtigungsrecht – auch hier muss der Vermieter sich rechtzeitig ankündigen.


4. Das Besuchsrecht

Auch welche Gäste der Mieter in seiner Wohnung empfängt, entscheidet allein er. Der Vermieter kann Gäste nicht verbieten – auch Besuch, der über Nacht bleibt. Allerdings müssen sich die Gäste an die Hausordnung halten. Für Verstöße wie Ruhestörungen kann der Mieter unter Umständen zur Verantwortung gezogen werden. Auch dürfen Gäste nicht unbeschränkt lange bleiben.


5. Mitbewohner aufnehmen

Möchte der Mieter in seiner Mietwohnung einen Mitbewohner aufnehmen, bedarf es hier der Zustimmung des Vermieters. Wer einen Mitbewohner ohne Erlaubnis des Vermieters bei sich wohnen lässt, riskiert die fristlose Kündigung des Mietvertrags. Ausgenommen von diesem Zustimmungserfordernis sind lediglich Ehegatten bzw. eingetragene Lebenspartner und die Kinder (auch: Adoptivkinder) des Mieters.

Abgesehen davon haben Mieter in bestimmten Fällen Anspruch auf Erteilung der Zustimmung des Vermieters. Dies kann beispielsweise bei Änderung der wirtschaftlichen oder familiären Verhältnisse der Fall sein – etwa wenn der Mieter aufgrund Arbeitslosigkeit die Miete nicht mehr alleine bezahlen kann und auf die finanzielle Beteiligung eines Mitbewohners angewiesen ist. Auch eine Mieterhöhung kann je nach Finanzsituation ein berechtigtes Interesse an der Aufnahme eines Mitbewohners begründen.

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6. Die Wohnungseinrichtung und Dekoration

Bei der Wohnungseinrichtung hat der Mieter freie Hand – hier darf der Vermieter keine Vorgaben machen. Auch dürfen Nägel und in die Wand geschlagen, sowie Wandlöcher gebohrt werden, um Möbel und Bilder anzubringen. Dies gilt auch für Fliesen, die zum gleichen Zweck angebohrt werden dürfen.


7. Darf die Mietwohnung auch beruflich genutzt werden?

Auch beruflich darf der Mieter seine Wohnung nutzen. Dies gilt allerdings nur für die Mitnutzung im Rahmen von Heim- oder Schreibtischarbeiten, und so lange die Nachbarn nicht gestört werden.


8. Haustiere in der Wohnung

Wer Haustiere in der Mietwohnung halten möchte, muss seinen Vermieter um Erlaubnis fragen. Ausgenommen sind Kleintiere wie kleine Vögel, Hamster, Kaninchen, Meerschweinchen und Fische. Die Zahl der Kleintiere muss allerdings im üblichen Rahmen bleiben und im Hinblick auf die Wohnungsgröße angemessen sein. Auch eine Störung der Nachbarn sowie Beschädigungen an der Wohnung sollten ausgeschlossen sein.


9. Mietminderung bei Mängeln an der Wohnung

Sind Mietmängel vorhanden, kann der Mieter die Beseitigung durch den Viermieter verlangen. In der Zeit, in der der Mietmangel vorliegt, hat der Mieter zudem das Recht, die Miete entsprechend zu mindern. Allerdings sollte die Mietminderung angemessen sein – denn eine unberechtigte oder zu hohe Mietminderung kann den Mieter in Verzug mit der Miete setzen. Zudem muss der Mieter den Vermieter zunächst über den Mangel in Kenntnis setzen, damit dieser überhaupt die Möglichkeit hat, den Mangel zu beseitigen.


10. Hausrecht und Kaution nach der Kündigung des Mietvertrags

Auch nach der Kündigung des Mietvertrags, bleibt das Hausrecht des Mieters bestehen. Allerdings hat der Vermieter das Recht, zwecks Nachmieter- oder Käufersuche die Wohnung mit entsprechenden Interessenten zu besichtigen. Diese Besichtigungstermine sind jedoch rechtzeitig anzumelden, wobei der Vermieter auf die Bedürfnisse des Mieters Rücksicht nehmen muss.

Wenn das Mietkonto ausgeglichen ist, hat der Mieter nach Beendigung des Mietvertrags und Rückgabe der Wohnung Anspruch auf Rückzahlung der Mietkaution. Allerdings kann der Vermieter diese noch etwa drei bis sechs Monate zurückhalten, um weitere Ansprüche gegen den Mieter wie etwa Nebenkostennachzahlungen der zum Zeitpunkt des Auszugs noch nicht erstellten Nebenkostenabrechnung zu prüfen.


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