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Rechtsanspruch auf Wohngeld Kriterien für die Höhe des Wohngeldes

Das Wohngeld wird als Mietzuschuss für Mieterinnen und Mieter oder als Lastenzuschuss für selbstnutzende Eigentümerinnen und Eigentümer geleistet und soll einkommensschwachen Menschen bei den Wohnkosten entlasten. Wer die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, hat ein Rechtsanspruch auf die Zahlung von Wohngeld. Um die Kosten für angemessenen Wohnraum bezahlen zu können, sollte Wohngeld bei Bedarf in jedem Fall beantragt werden.

Es spielt beim Wohngeld keine Rolle, ob Sie zur Miete oder im Eigentum wohnen. Auch Untermieter einzelner oder mehrerer Zimmer sowie Mieterhaushalte von Genossenschafts- oder Stiftswohnungen und Bewohner von Heimen im Sinne des Heimgesetzes können Wohngeld beantragen.


Dabei hat keinen Anspruch, wer bereits Empfänger von Transferleistungen wie zum Beispiel ALG II und Sozialgeld, Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach SGB XII, Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe nach SGB VIII u.a. ist. Auch Haushaltsmitglieder, die bei der Berechnung des Bedarfs der jeweiligen Leistung mitberücksichtigt worden sind, haben keinen Anspruch auf Wohngeld, da die Wohnkosten im Rahmen der jeweiligen Transferleistung übernommen werden.

Auch alleinstehende Auszubildende und Studierende haben keinen Anspruch auf Wohngeld, wenn sie dem Grunde nach Anspruch auf Leistung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz oder Berufsausbildungsbeihilfe nach dem SGB III haben.


Kriterien für die Höhe des Wohngeldes

Ob und in welcher Höhe Wohngeld bewilligt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier spielen Kriterien wie zum Beispiel die Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder sowie die Höhe der zuschussfähigen Miete oder entsprechenden Belastung bei Eigentümern von Wohnraum eine Rolle.

Haushaltsmitglied ist zum einen die wohngeldberechtigte Person, wenn der Wohnraum, für den Wohngeld beantragt wurde auch Mittelpunkt ihrer Lebensbeziehungen ist. Zum anderen gehören auch all diejenigen Personen zum Haushalt, die den Wohnraum, für den Wohngeld beantragt wird, mit der wohngeldberechtigten Person gemeinsam bewohnen.

Bei der Ermittlung des Gesamteinkommens geht die Wohngeldbehörde in der Regel von den zum Zeitpunkt der Antragstellung im Bewilligungszeitraum zu erwartenden Einnahmen aus. Von dieser (Brutto-)Gesamtsumme können unter Umständen noch bestimmte nicht steuerpflichtige Einnahmen abgesetzt werden. Vom Gesamteinkommen können in drei Stufen aber maximal 30 Prozent abgezogen werden, je nachdem, ob Beiträge zur Krankenversicherung, zur Rentenversicherung und Steuern vom Einkommen entrichtet werden. Bei Schwerbehinderung und für Aufwendungen zur Erfüllung gesetzlicher Unterhaltsverpflichtungen kommen weitere Frei- und Abzugsbeträge zur Anwendung.

Die monatliche Miete oder die Belastung bei Eigentum ist bei der Bewilligung von Wohngeld allerdings nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag zuschussfähig. Diese richtet sich nach der Zahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder und einer bestimmten Mietenstufe. Berlin ist einheitlich der Mietenstufe IV zugeordnet. Bei Einkommenserhöhungen oder Mietsenkungen von mehr als 15 Prozent während eines Bewilligungszeitraumes, muss die Wohngeldbehörde informiert werden. Das Wohngeld wird dann neu berechnet und gegebenenfalls gekürzt oder eingestellt.


Wohngeld beantragen

Wohngeld muss grundsätzlich selbst beantragt werden. Entsprechende Formulare sind beim bezirklichen Bürgeramt erhältlich oder können auch online abgerufen werden. Wer im Vorfeld testen möchte, ob er überhaupt Anspruch auf Wohngeld hat und wie viel Wohngeld einem zustehen würde, kann dafür die Wohngeldabfrageservice nutzen. Das Stellen eines Antrags ersetzt der Abfrageservice jedoch nicht!