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Wann darf ein Mieter die Miete mindern? So kommen Mieter zu ihrem Recht

In Ihrer Mietwohnung funktioniert schon seit Wochen die Heizung nicht mehr? Oder sind Küche und Bad von Schimmel befallen? Dann sind die Chancen groß, eine Mietminderung zu erwirken. Damit Mieter hier auch zu ihrem Recht kommen, gilt es einige Sachen zu beachten.

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Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Mängel in der Wohnung zu einer Mietminderung berechtigen. Laut Deutschem Mieterbund (DMB) in Berlin ist eine Kürzung der Miete immer dann möglich, wenn die Wohnung nicht so genutzt werden kann, wie es nach dem Mietvertrag zu erwarten ist.

Die häufigsten angebrachten Gründe für eine Mietminderung sind undichte Fenster, eine kaputte Heizung, Schimmel in der Wohnung, Krach von Nachbarn und Baulärm.


Vorgehensweise und Berechnung der Mietminderung

Bevor der Mieter die Miete kürzen darf, muss der Vermieter oder die Hausverwaltung über den Mangel informiert werden, damit eine Möglichkeit zur Behebung der Mängel besteht. Melden kann man den Mangel telefonisch, per E-Mail oder Brief. Am sichersten ist der Weg per Fax oder Einschreiben – hier kann der Vermieter vor Gericht nicht behaupten, er wäre über die Mängel nicht informiert worden. Für die Mängelbeseitigung sollte der Mieter bereits im ersten Schreiben eine angemessene Frist setzen und die Minderung bereits ankündigen.

Grundlage für die Höhe der Mietminderung ist laut Mieterbund die Bruttomiete – die Nebenkosten werden nicht gekürzt. Bei einer Miete von zum Beispiel 500 Euro plus 100 Euro Nebenkosten, würde eine monatliche Mietminderung von 10 Prozent auf Basis der Gesamtsumme von 600 Euro kalkuliert werden. Im Beispiel werden 60 Euro von den 500 Euro an Miete abgezogen; der Vermieter erhält dann nur noch 440 Euro plus die unangetasteten 100 Euro Nebenkosten.

Wie hoch die Mietminderung letztendlich ausfällt, hängt vom Einzelfall ab. Fällt zum Beispiel im Winter die Heizung aus, kann auch eine Mietminderung von 100 Prozent gerechtfertigt sein – im Sommer wäre die Quote hingegen zu hoch. Bei Schimmel im Schlafzimmer ist eine Mietminderung von 15 Prozent angemessen, urteilte das Landgericht Lübeck (Az.: 1 S 106/13).

Es gilt zu beachten, dass die Miete immer nur für den Zeitraum gemindert werden kann, in dem der Mangel auch besteht.