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Sonnen- und Sichtschutz auf dem Balkon Was Mieter darüber wissen sollten

Wer einen Balkon oder eine Terrasse hat, benutzt diese/n im Frühjahr und Sommer gerne als zweites Wohnzimmer. Neben gemütlichen Sitzgelegenheiten, bunten Blumen und Pflanzen gehören auch Markisen und Schirme zum entspannten Genießen dazu. Damit dies nicht zum Streit führt, müssen einige Regeln eingehalten werden.

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Die Markise als bauliche Veränderung

Wird auf dem Balkon eine Markise angebracht, zählt dies als bauliche Veränderung. Laut einem Urteil des Oberlandesgerichts München (Az.: 2 Z BR 123/97 und 2 Z BR 34/95) muss hier die Genehmigung des Vermieters eingeholt werden. Sind in der Hausordnung, im WEG-Vertrag oder im Mietvertrag Regeln zur Farbgestaltung aufgeführt, so ist der Vermieter bzw. Verwalter vor dem Erwerb einer Markise verpflichtet, darauf aufmerksam zu machen. Sonnenschirme verändern die Bausubstanz einer Wohnung oder eines Hauses dagegen nicht und bedürfen somit keiner Genehmigung durch den Vermieter.


Schäden durch die Markise

Wird die Markise trotz Warnung bei einem Sturm nicht eingefahren, kann beim Fall einer Beschädigung, zum Beispiel durch herabfallende Dachziegel keinen Schadenausgleich durch die Hausratversicherung erwarten. (Landgericht Kleve, AZ. 5 S 119/07).


Sichtschutz auf dem Balkon

Da Gitterstäbe auf dem Balkon oft als unansehnlich angesehen werden, wird hier oft ein zusätzlicher Sichtschutz angebracht. Damit dieser ohne Rücksprache mit dem Vermieter montiert werden darf, sollte er nicht höher als das Geländer bzw. der Handlauf sein und auch optisch auf die Fassade des Hauses abgestimmt sein(Amtsgericht Köln Az. 48 C 2357/01).

Laut Urteil des OLG Zweibrücken (Az.: 3 W 44/97) darf ein ein Katzennetz vom Wohnungseigentümer bzw. Vermieter verboten werden, wenn es die Fassade des Hauses beeinträchtigt.