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Welche Konsequenzen drohen bei verspäteter Mietzahlung? Kündigung wegen unpünktlicher Mietzahlung?

Für die monatliche Mietzahlung ist in der Regel eine Frist im Mietvertrag festgelegt – laut § 556b BGB, ist die Miete bis zum dritten Werktag eines Monats zu entrichten. Hier muss die Miete aber nicht bereits beim Vermieter eingegangen sein, es reicht aus, die Miete erst an diesem Tag zu überweisen. Laut eines Urteils des Bundesgerichtshofs von Oktober 2016, dürfe das Risiko einer Überweisungsverzögerung durch die Bank nicht allein dem Mieter auferlegt werden (Az: VIII ZR 222/15).

Aber was ist, wenn der Mieter die Miete tatsächlich zu spät bezahlt? Kommt dies nur einmal vor, muss der Mieter noch keine Konsequenzen befürchten – kommt dies aber häufiger vor und ist der Mieter mit mehr als einer monatlichen Miete länger als einen Monat im Verzug, hat der Vermieter das Recht, den Mietvertrag zu kündigen. Dies gilt auch, wenn die Miete zwar pünktlich, aber unvollständig gezahlt wird.


Kündigung wegen unpünktlicher Mietzahlung –
gilt hier die gesetzliche Kündigungsfrist?

Grundsätzlich ist eine ordentliche Kündigung wegen verspäteter Mietzahlung zulässig – hier muss der Vermieter die vertragliche Kündigungsfrist einhalten. Diese darf nicht kürzer sein als die gesetzliche Kündigungsfrist, welche sich für Vermieter nach der Dauer des Mietverhältnisses berechnet:

Dauer des MietverhältnissesKündigungsfrist für den Vermieter
weniger als 5 Jahre:3 Monate
zwischen 5 und 8 Jahren:6 Monate
länger als 8 Jahre:9 Monate


Bei einer verspäteten Mietzahlung, kann aber auch eine außerordentliche Kündigung möglich sein. Hier muss keine Kündigungsfrist eingehalten werden – das Mietverhältnis darf praktisch sofort beendet werden. Dies ist aber nur dann zulässig, wenn wichtige Gründe vorliegen, nach denen es der kündigenden Mietpartei nicht zugemutet werden kann, das Mietverhältnis bis zum Ablauf der Kündigungsfrist fortzusetzen.

Die unpünktliche Mietzahlung kann gemäß § 543 BGB ein solcher Grund sein, wenn der Mieter

  • für zwei aufeinander folgende Termine mit der Entrichtung der Miete oder eines nicht unerheblichen Teils der Miete in Verzug ist
  • in einem Zeitraum, der sich über mehr als zwei Termine erstreckt, mit der Entrichtung der Miete in Höhe eines Betrages in Verzug ist, der die Miete für zwei Monate erreicht.


Bevor allerdings eine außerordentliche Kündigung durch den Vermieter erfolgen kann, muss er dem säumigen Mieter eine Abmahnung wegen verspäteter Mietzahlung zukommen lassen. Reagiert der Mieter nicht darauf und zahlt weiterhin seine Miete verspätet, kann der Vermieter eine fristlose Kündigung aussprechen.

Hinweis: Bei neuen Mietern kann der Vermieter verlangen, dass ihm eine Mietzahlungsbestätigung (auch bekannt als „Mietschuldenfreiheitsbestätigung“) vorgelegt wird. Diese ist vom alten Vermieter auszufüllen, der damit bestätigt, dass die ihm zustehende Miete stets vollständig und pünktlich gezahlt wurde.

Vermieter sind allerdings nicht zur Ausstellung verpflichtet und können die Mietzahlungsbestätigung verweigern – besonders, wenn der Mieter in der Vergangenheit mit der Miete einmal in Verzug war.


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