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Schönheitsreparaturen in einer Raucherwohnung Urteil zum Rauchen in der Mietwohnung

Rauchen gehört für viele Menschen zum Leben dazu. Die Auswirkungen des Rauchs können aber für die Raucher nicht nur gesundheitliche Folgen haben. Je nach der Anzahl an Zigaretten oder Pfeifenfüllungen, die tagsüber geraucht werden, kann auch die Wohnung in Mitleidenschaft gezogen werden. Insbesondere starke Raucher belasten nicht nur ihre Lungen und die gesamten Körperfunktionen, sondern es setzen sich durch den Qualm auch Ablagerungen an Wänden, Türen, Türrahmen und auf Möbeln ab.


Daher ist das Rauchen in der Mietwohnung oft ein Grund für Streit zwischen Vermieter und Mieter, wenn es um das Thema Schönheitsreparaturen geht. Viele Gerichte haben sich deshalb bereits ausgiebig mit diesem Aspekt beschäftigt. In jüngster Zeit hat das Amtsgericht Brandenburg mit seinem Urteil vom 14.06.2019, das unter dem Aktenzeichen 31 C 249/17 geführt wird, exakte Vorgaben für die Reparaturen in einer Raucherwohnung gemacht.


Rauchen in der Mietwohnung - Folgeschäden gründlich beseitigen

Je nach Vereinbarung im Mietvertrag sollten Schönheitsreparaturen entsprechend der Notwendigkeit vorgenommen werden. Der Bundesgerichtshof hat den strengen Vorgaben, nach denen regelmäßig in einem festen Turnus tapeziert und gemalert werden musste, schon vor einigen Jahren eine Absage erteilt. Außerdem muss eine Wohnung auch nur in dem Zustand an den Vermieter zurückgegeben werden, in dem sie übernommen worden ist.

Das Übergabeprotokoll ist daher ein wichtiges Beweisstück. Dennoch kann es trotzdem zum Streit über die Güte der Renovierungsarbeiten kommen, wenn das Rauchen in der Mietwohnung im Übermaß genossen worden ist. Das Amtsgericht Brandenburg hat im exzessiven Rauchen, das innerhalb von nur einem Jahr zu starken Verschlechterungen der Mietsache geführt hatte, eine Nutzung der Wohnräume über den vertragsgemäßen Zustand hinausgesehen.

Deshalb war der Mieter beim Auszug auch nicht nur zu den einfachen, mietvertraglich vereinbarten üblichen Schönheitsreparaturen verpflichtet. Aufgrund der übermäßigen Nutzung der Mietsache waren wegen der Beschädigung der Substanz gründliche Instandsetzungsarbeiten erforderlich.


Schönheitsreparaturen & Instandsetzung

Wie bei jeder Sachbeschädigung kommt es auch bei der exzessiven Nutzung der Mietsache zu einem Schadensersatzanspruch. Der Vermieter hat das Recht auf die Rückgabe seiner zum gewöhnlichen Gebrauch nutzbaren Mietsache, damit er sie alsbald weitervermieten kann. Rauchen in der Mietwohnung kann daher neben einer intensiven Reinigung der Türzargen und Türblätter auch den Abschliff der vergilbten Farbe sowie zwei professionelle Anstriche mit weißer Farbe erfordern. Nach dem Schleifen der Türen muss das Holz vor dem Auftragen der Lackschicht mit einem Voranstrich versehen werden.

Erst die vollständige Wiederherstellung der beschädigten Sachen stellt eine ordnungsgemäße Reparatur dar. Diese Entscheidung des Amtsgerichts Brandenburg ist wegweisend. Einfache Schönheitsreparaturen, wie das Streichen der Holzteile in einer Wohnung vor der Rückgabe der Mietsache, genügen nicht den Ansprüchen des Vermieters auf Übergabe von mangelfreien Räumen. Das Rauchen in der Mietwohnung kann daher in jeder Hinsicht ein teures Vergnügen werden.

Gericht: Amtsgericht Brandenburg, Urteil vom 14.06.2019 - 31 C 249/17



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