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Was tun bei Wasserschaden in der Mietwohnung und wer haftet bei Wasserschäden?

Ein Wasserschaden ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch teuer werden. Wer in einer Mietwohnung wohnt, sieht sich im Ernstfall oft mit zahlreichen Fragen konfrontiert – was ist zu tun? Wie läuft die Trocknung ab, wer zahlt den Schaden und wer haftet überhaupt?


Vorgehensweise im Ernstfall

1. Wasserzufuhr abstellen
Wenn Sie einen Wasserschaden bemerken, sollten Sie zu allererst die Wasserzufuhr abstellen – so können noch größere Schäden vermieden werden. In der Regel reicht es, den betroffenen Absperrhahn zu schließen. Ist das nicht möglich, muss der Hauptwasserhahn abgestellt werden.

2. Strom abstellen
Um einen Kurzschluss und mögliche Folgebrände zu vermeiden, sollte der Strom im betroffenen Bereich ausgeschaltet werden.

3. Wasser beseitigen
Das ausgelaufene Wasser sollte so schnell wie möglich beseitigt werden – bei kleineren Mengen geht das mit Eimer und Lappen, bei größeren Mengen ist ein Nasssauger oder eine Pumpe empfehlenswert. Bekommen Sie die Wassermassen gar nicht in den Griff, ist fachmännische Hilfe gefragt – die damit verbundenen Kosten übernimmt je nach den Umständen die Versicherung.

4. Möbel und Einrichtungsgegenstände schützen
Teppiche, Möbel, elektrische Geräte und weitere Einrichtungsgegenstände sollten aus dem nassen Bereich entfernt oder hochgestellt werden. Vor allem feuchte Textilien und aufgequollenes Holz neigen zur Schimmelbildung. Auch sollten Fenster und Türen geöffnet werden, um die Luftfeuchtigkeit zu senken. Wenn es von der Zimmerdecke tropft, können die Möbel mit einer Folie abgedeckt werden.

5. Schäden sorgfältig dokumentieren
Denken Sie im Ernstfall auch daran, den betroffenen Raum und die entstandenen Schäden detailliert zu dokumentieren. Fotos kann man später bei der Versicherung einreichen. Auch ruinierte Gegenstände sollten fotografiert werden, bevor sie dann entsorgt werden. Nur dann kann die Versicherung den Wert auch ersetzen.

6. Versicherung informieren
Selbstverständlich muss auch die Versicherung zeitnah über den Schaden informiert werden. Mieter sollten sich bei Ihrem Vermieter oder der Hausverwaltung melden. Bevor der Schaden nicht gemeldet wurde, sollten auch keine Reparaturmaßnahmen vorgenommen werden. Die Versicherung bestimmt, ob ein Wasserschaden durch einen Sachverständigen begutachtet und eine Trocknung eingeleitet werden muss – in der Regel schlägt die Versicherung auch direkt eine Fachfirma vor.


Wer zahlt für den Wasserschaden?

Bei einem Wasserschaden können schnell Kosten von mehreren Tausend Euro zusammenkommen. Eine Versicherung ist da hilfreich – doch welche Versicherung übernimmt welche Schäden?

Wasserschaden Diese Versicherung zahlt:
An eigenen Möbeln: Hausratversicherung
An eigenem Gebäude: Gebäudeversicherung
An fremden Möbeln und fremdem Gebäude: Privathaftpflichtversicherung des Verursachers
Hochwasser, Rückstau oder Starkregen: Elementarversicherung


Die Hausratversicherung

Die Hausratversicherung vom Mieter zahlt für entstandene Schäden am beweglichen Mobiliar wie beispielsweise Möbel oder technische Geräte. In der Regel zahlt die Hausratversicherung nur Schäden, die durch Leitungswasser entstanden sind. Das wäre zum Beispiel bei einem Rohrbruch, einem Leck an der Waschmaschine oder bei austretendem Wasser aus der Klimaanlage der Fall. Auch Aufräum-, Lager- oder Hotelkosten werden meist von der Hausratversicherung bezahlt. Je nach abgeschlossener Versicherung sind auch Wasserbetten oder Aquarien mitversichert.
Aufsteigendes Grundwasser, Rückstau der Kanalisation, eine übergelaufene Badewanne oder Schäden durch eigenes Reinigungswasser sind normalerweise nicht versichert.

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Die Gebäudeversicherung

Die Gebäudeversicherung des Eigentümers, bezahlt in der Regel alle am Gebäude entstandenen Schäden und kommt für Reparaturen und Instandsetzungsarbeiten nach dem Wasserschaden auf. Das können zum Beispiel neue Bodendämmungen oder die Sanitär- und Heizungsanlagen sein.

Wichtig ist hier aber, dass das Gebäude gerade nicht leer steht oder renoviert wird. Dann müssen andere Versicherungen wie die Bauleistungsversicherung zahlen. Auch sind Schäden durch Grund-, Hoch- oder Reinigungswasser meistens nicht eingeschlossen.


Die Elementarversicherung

Die Elementarversicherung zahlt bei Schäden durch Naturereignisse wie zum Beispiel Starkregen oder Hochwasser – diese Elementarschäden sind nämlich in der Regel nicht in der Gebäudeversicherung enthalten. Vorab ist es jedoch empfehlenswert zu prüfen, ob der Abschluss sich überhaupt lohnt – wer nicht in einem Hochwasser- oder Lawinengebiet wohnt, braucht diese Versicherung in der Regel nicht.


Wer zahlt einen Wasserschaden bei den Nachbarn?

Entstehen durch einen Wasserschaden auch Schäden beim Nachbarn, zahlt generell die Privathaftpflichtversicherung vom Verursacher dafür. Das gilt aber nur für Schäden, die bei anderen entstehen. Für das eigene Mobiliar ist die eigene Hausratversicherung zuständig.


Wer haftet für einen Wasserschaden?

Generell gilt: Zahlen muss, wer den Schaden verursacht hat. Lässt der Mieter die Badewanne überlaufen, muss er für die Schäden am Gebäude und den Nachbarwohnungen aufkommen.

Ein Rohrbruch kann zwar aus Nachlässigkeit des Vermieters entstehen, aber auch durch äußere Umstände. Hier muss der Hauseigentümer für die Beseitigung des Schadens und Bewohnbarkeit des Hauses sorgen. Dafür zahlt normalerweise die Gebäudeversicherung des Vermieters.

Für den eigenen Hausrat ist der Mieter selbst verantwortlich. Hat er keine Hausratversicherung und weiß, dass der Schaden durch den Vermieter hätte vermieden werden können, kann er Schadenersatz verlangen. Dafür haftet der Vermieter.

In einem Haus mit Eigentumswohnungen muss die Versicherung des Eigentümers zahlen, dem die Wohnung gehört, durch die der Schaden entstanden ist.


Ist eine Mietminderung zulässig?

Eine Mietminderung kann dann veranlasst werden, wenn eine Lärmbelastung von Trocknungsgeräten ausgeht oder wenn Räume nur teilweise nutzbar sind. Eine Mietminderung ist natürlich nur dann zulässig, wenn der Mieter nicht für den Schaden verantwortlich ist. Wie hoch die Mietminderung ausfällt, hängt von den Umständen ab. Hier kann man sich beispielsweise von Mietvereinen beraten lassen.


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