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Hundehaltung in der Mietwohnung Darf der Vermieter die Genehmigung verbieten?

Wer einen Hund in seiner Mietwohnung halten möchte, muss eine Genehmigung vom Vermieter einholen. Doch dieser darf die Genehmigung zur Hundehaltung nur auswichtigen Gründen versagen und die Ablehnung nicht auf bloße allgemeine Befürchtungen stützen.

Im vorliegenden Fall lebte ein Ehepaar in einer Viereinhalb-Zimmer-Wohnung in München-Neuhausen. Dieses Ehepaar wollte seinen Kindern die Haltung eines Hundes der Rasse Magyar Vizsla, Deutsch-Drahthaar/Deutsch-Kurzhaar, Weimaraner oder entsprechende Mischlinge dieser Rassen mit einer Widerristhöhe von ca. 52 bis 64 Zentimeter ermöglichen.


Die Familie wurde von einer Hundetrainerin unterstützt und hatte im Tierheim bereits mehrfach Kontakt zu einer Hündin. Die Familie gab an, vor dem Antrag vom Oktober 2017 auf die mietvertraglich erforderliche Einwilligung des Vermieters in die beabsichtigte Tierhaltung die Nachbarn um ihre Zustimmung gebeten zu haben. Die Nachbarn hätten bei telefonischer Befragung zugestimmt und zum Teil selber im Haus früher Katzen und Hunde gehalten. Auch wurden Empfehlungen der Hundetrainerin und des Tierheims vorgelegt und sich auf eigene langjährige Erfahrung im Halten von Hunden berufen.


Vermieter verweigert seine Zustimmung zur Hundehaltung

In einem Schreiben vom November 2017 verweigerte die Hausverwaltung im Namen des Vermieters die Einwilligung zur Hundehaltung und berief sich darauf, dass die jetzigen Vermieter noch nie eine Einwilligung zur Hundehaltung gegeben hätten und die Kinder erst um 16 Uhr aus der Schule zurück seien. Zudem wollten die Kinder ihre Meerschweinchen nach Angaben der Kläger früher nicht selbst versorgen, so dass diese weggegeben wurden. Weiter wurde angebracht, dass die Eltern als reisender Fotograf und Büroangestellte die Versorgung des Hundes tagsüber auch nicht sicherstellen könnten, die Wohnungen so hellhörig seien, dass sich die Kläger über Klavierspiel in einer unter ihnen gelegenen Wohnung beschwert hätten, und die Nachbarn sich bereits an die Hausverwaltung gewandt hätten, da sie völlig überrumpelt zwar zunächst um des nachbarlichen Friedens willen zugestimmt aber der Hausverwaltung gegenüber massivste Einwände gegen die geplante Hundehaltung geäußert hätten. Im Übrigen seien Kleinkinder im Haus. Das zweieinhalbjährige Kind des Verwalters sei unlängst selbst von einem Hund gebissen worden.

Die Kläger bestritten, sich je über Klavierspiel beschwert zu haben. Zudem arbeite die Ehefrau nur Teilzeit und der Ehemann reise nur selten – auch könne man den Hund mitnehmen. Die Kinder besuchten die Schule nur bis mittags und in Urlaubszeiten stünden die Großeltern bereit.


Gründe nicht ausreichend für Verweigerung

Das Amtsgericht München gab den Klägern Recht, da der Klageantrag ausreichend bestimmt sei. Die Kläger könnten nicht gezwungen werden, den gewünschten Hund schon vor Erteilung der Zustimmung durch die Vermieter zu erwerben, um ihn für den Klageantrag genauer bestimmen zu können. Es lägen keine ausreichenden sachlichen Gründe vor, die Zustimmung zu der begehrten Hundehaltung den Klägern zu verweigern.

Da die Kläger eine sehr große Wohnung mit mehreren Zimmern bewohnen, sei eine artgerechte Haltung grundlegend sichergestellt – auch wenn kein Garten zur Verfügung steht. Von der Wohnung aus sind größere Grünflächen leicht und schnell erreichbar.

Wenn der Hund ausreichend Ausgang erhält, richtig erzogen ist und nicht wiederholt längere Zeiten allein in der Wohnung gelassen wird, sei in der Regel nicht davon auszugehen, dass der Hund durch verstärktes Jaulen oder Gebell die Nachbarn nervt oder großen Schaden an der Wohnung anrichte. Auch hatten die Kläger im vorliegenden Verfahren zugesagt, eine entsprechende Versicherung abzuschließen.

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Ablehnung setzt konkrete Anhaltspunkte für zu erwartende unzumutbare Belästigung voraus

Es sei zwar nachvollziehbar, dass die Beklagten durch eine Genehmigung nicht riskieren wollen, dass sich erst bei der konkreten Haltung herausstelle, dass die Kläger zur Hundehaltung ungeeignet seien oder der Hund für eine Haltung in einem solchen Haus nicht geeignet sei. Es ist aber nicht zulässig, die Ablehnung auf bloße allgemeine Befürchtungen zu stützen. Es müssten ausreichend konkrete Anhaltspunkte für eine zu erwartende unzumutbare Belästigung vorliegen.

Es sei zudem zu berücksichtigen, dass die Kläger nicht einfach ungefragt einen Hund erworben haben und jetzt über die nachträgliche Genehmigung streiten, sondern sich bereits lange um die Zustimmung der Vermieter bemüht hätten.

Auch die von den Klägern begehrten Hunderassen würden laut Gericht keine auffallenden Merkmale aufweisen, die für eine besonders schwierige Haltung bzw. auf einen aggressiven Charakter schließen lassen würden.
(Amtsgericht München, Urteil vom 08.03.2018 - 411 C 976/18 -)


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