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Kann der Vermieter einen Mieter-Wechsel in der WG bei fehlender Bonität verweigern? Wohngemeinschaft

Das Landgericht Berlin musste entscheiden, ob ein Vermieter einen neuen WG-Mieter ablehnen kann, wenn dieser nicht leistungsfähig ist.


Laut dem LG Berlin darf der Vermieter einen Mieter ablehnen, wenn nachvollziehbare Gründe dafür vorliegen, warum ihm die Aufnahme eines neuen Mieters unzumutbar ist. Eine fehlende Bonität des neuen Mieters, sei laut Ansicht der Richter, ein berechtigtes Interesse des Vermieters, den Mieterwechsel zu verweigern.

Den Einwand der restlichen Mieter in der Wohngemeinschaft, sie würden die Mietzahlungen sicherstellen, ließ das LG Berlin nicht gelten. Auch bei einer Wohngemeinschaft kann der Vermieter einem beabsichtigten Mieterwechsel widersprechen, wenn in entsprechender Anwendung der Regelungen zur Untervermietung (§ 553 Abs. 1 S. 2 BGB) ein wichtiger Grund in der Person des neuen Mieters vorliegt. Laut Urteil vom 09.01.2017 ist die mangelnde Bonität des potenziellen neuen Mieters ein solch wichtiger Grund.

LG Berlin Urteil vom 9.1.17, 18 S 112/16, Abruf-Nr. 194940