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Kann Duschen im Stehen eine vertragswidrige Nutzung darstellen? Schimmel in der Mietwohnung

Tritt Schimmel auf, weil der Mieter das Badezimmer vertragswidrig genutzt hat, kann die Miete nicht gemindert werden. Im vorliegenden Fall hat der Mieter im Stehen geduscht – dies stellte eine vertragswidrige Nutzung dar, weil die Badewanne nur halbhoch gefliest war und so Spritzwasser in die ungefliesten Wandteile eindringen konnte.



Zum Sachverhalt

Der Vermieter wurde vom Amtsgericht verurteilt – er sollte den im Badezimmer entstandenen Schwarzschimmel durch geeignete bauliche Maßnahmen beseitigen. Auch sei der Mieter zur Mietminderung in Höhe von 10 Prozent berechtigt.

Die gegen dieses Urteil gerichtete zulässige Berufung des Vermieters, mit der sie ihren erstinstanzlichen Klageabweisungsantrag weiterverfolgt, hat in der Sache Erfolg.


Die Entscheidung

Durch das eingeholte Gutachten eines Sachverständigen stand für das Gericht fest, dass für die Entstehung des Schimmels bauseitige Ursachen ausscheiden, sondern der Schimmelbefall allein auf die Art der Nutzung des Badezimmers durch die Mieter zurückzuführen sei.

Diese Art der Nutzung stelle sich rechtlich als vertragswidrig dar. Das Badezimmer ist nicht für ein stehendes Duschen in der Badewanne geeignet. Die bauliche Ausstattung des Badezimmers, mit dem nur bis in halbe Stehhöhe reichenden Fliesenspiegel führt zwingend dazu, dass bei jedem Duschen Spritzwasser in die ungefliesten Wandteile eindringt und so Schimmelbildung begünstigt. Diese Art der Nutzung führte zwangsläufig zu einer Beschädigung der Mietsache (Landgericht Köln, Urteil vom 24.02.2017 - 1 S 32/15).


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