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Kleinreparaturen Zu welchen Reparaturen der Mieter verpflichtet werden kann

Geht etwas in der Wohnung kaputt, dass zum Inventar der Mietwohnung gehört, rufen viele Mieter gleich den Vermieter an. Doch bei kleinen Reparaturen kann der Mieter durchaus verpflichtet werden, selbst Hand anzulegen – das kann der Vermieter in einem Mietvertrag durchaus verlangen. Doch gibt es hier Grenzen.


Klausel im Mietvertrag

Kleinere Reparaturen dürfen Vermieter durchaus auf Ihre Mieter abwälzen. Zu weit sollte die entsprechende Klausel im Mietvertrag aber nicht gefasst sein – denn dann wird sie unwirksam. Laut einem des Amtsgerichts Zossen (Az.: 4 C 50/15), dürfen die Klauseln sich demnach nur auf Teile des Mietobjekts beziehen, die dem häufigen Zugriff des Mieters ausgesetzt sind.

Im betreffenden Fall verlangte der Vermieter von seinem Mieter Geld für die Reparatur der Flurbeleuchtung. Die Klausel im Mietvertrag besagte hier, dass die Mieter für das Beheben kleinerer Schäden an Hähnen und Schaltern für Wasser, Gas und Strom verantwortlich seien. Zudem wurden Reparaturen an Jalousien, Markisen und Badezimmereinrichtungen sowie Verschlussvorrichtungen für Fenster, Türen und Fensterläden mit erfasst. Ebenso Heiz-, Koch- und Kühleinrichtungen, Spiegel, Verglasungen und Beleuchtungskörper.


Das Urteil

Dies ging dem Amtsgericht Zossen allerdings zu weit. Eine Klausel im Mietvertrag darf sich zwar auf die Reparatur kleinerer Schäden wie beispielsweise an Schaltern für Wasser, Gas und Strom oder auch Jalousien und Markisen beziehen – die Passage des Mietvertrages darf jedoch nicht so weit gefasst sein, dass hierunter auch Gegenstände fallen, mit denen der Mieter so gut wie nicht in Berührung kommt.

Urteil vom Amtsgericht Zossen 2015 (AZ: 4 C 50/15)