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Schimmelschäden in der Wohnung Vermieter muss Ursachen nachgehen

Bei Schimmel oder Feuchtigkeitsschäden liegt grundsätzlich ein Mangel an der Mietsache vor. Wenn der Mieter den Schimmel nicht selbst verursacht hat, hat er das Recht zur Mietminderung. Für die Aufklärung der Ursachen von Feuchtigkeitsschäden und Schimmel ist der Vermieter verantwortlich. Oft kommt es immer auf den Einzelfall an – bei der Beweisführung müssen Mieter sich meist in Geduld üben.

Auch wenn kein Baumangel vorliegt, können Vermieter für Schimmelschäden in der Wohnung verantwortlich sein (Urteil Amtsgericht Berlin-Mitte Az.: 9 C 75/15). Im Zweifel müssen Vermieter ihre Mieter nach dem Einbau von Isolierglasfenstern darauf hinweisen, dass ein erhöhter Lüftungs- beziehungsweise Heizbedarf besteht.


Im konkreten Fall hatte die Mieterin einer Einzimmerwohnung Schimmel in der Küche und dem Zimmer festgestellt. Die Hausverwaltung wollte die Schäden nicht beseitigen, da sie ihrer Ansicht nach nicht gesundheitsgefährdend waren. Daraufhin gab die Mieterin ein privates Gutachten in Auftrag, das das Gegenteil bestätigte. Sie ließ den Schaden auf eigene Kosten beseitigen und zog dafür elf Wochen aus. Unter anderem wollte die Mieterin nun die Kosten für die Beseitigung in Höhe von rund 1.200 Euro und die Ersatzunterkunft in Höhe von knapp 4.100 Euro zurück.

Das Gericht gab der Mieterin teilweise recht: Die Kosten für die Schimmelbeseitigung musste die Vermieterin übernehmen. Zwar habe ein Gutachten ergeben, dass keine Baumängel am Gebäude vorliegen, allerdings habe die Vermieterin vor dem Einzug der Mieterin Isolierglasfenster ohne permanente Lüftung einbauen lassen. Dass deswegen ein erhöhter Lüftungsbedarf bestehe, habe die Vermieterin der Mieterin aber nicht mitgeteilt. Die Kosten für die Ersatzunterkunft seien allerdings zu hoch angesetzt. Hier hielt das Gericht die Hälfte für angemessen.


Die Ursachenaufklärung

Bei der Ursachenaufklärung muss der Vermieter zunächst darlegen und gegebenenfalls beweisen, dass die Mietsache frei von Baumängeln ist und dass der Zustand der Fenster und Türen sowie der Zustand der Heizung keinen Einfluss auf die Mängel ausübt. Erst wenn der Vermieter bewiesen hat, dass der Schaden vom Mieter verursacht worden ist, muss sich der Mieter umfassend entlasten. Ist die Verursachung für den Feuchtigkeitsschaden bzw. Schimmelbefall nicht aufzuklären, so geht dies zulasten des Vermieters.

Auch wenn das Gefährdungspotenzial für Schimmel mit der Bauweise des Gebäudes zusammenhängt, die zur Zeit des Baujahres üblich war und den damaligen Regeln der Technik entsprach, hat der Mieter grundsätzlich ein Recht auf eine gesundheitlich unbedenkliche Wohnung (vgl. BayOblG NZM 1999,899). Damit hat der Vermieter die Wohnung in Hinblick auf Art. 2 GG auch nach den aktuellen Grenzwerten von gesundheitsschädigenden Einwirkungen freizuhalten (vgl. BayOblG NZM 1999,899 - Amtsgericht Köln, Urteil vom 07.10.2014 - 211 C 446/13).

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Ausreichend lüften gegen Schimmelbefall

Ein einfaches Mittel, um Schimmelbildung zu vermeiden, ist ausreichendes Lüften. Jeder Mensch produziert zum Beispiel durch Atmen und Duschen Feuchtigkeit, die auch wieder entweichen muss. Empfehlenswert ist es, die Fenster zwei- bis dreimal täglich für fünf Minuten auf Durchzug zu stellen. Dies reicht in der Regel für einen vollständigen Luftaustausch aus. Danach dreht man die Heizung wieder etwas auf. Die Luft wirkt nämlich wie ein Schwamm und je wärmer sie ist, desto besser kann sie Wasser aufnehmen. Auch wenn es draußen nass ist, sollte ausreichend gelüftet werden, denn die feuchte, kalte Luft, die von draußen hereinkommt, kann noch reichlich Wasser speichern, wenn sie erwärmt wird.

Neben den Außenwand-Ecken sind auch die Wände hinter Möbelstücken besonders schimmelanfällig. Damit auch hier Luft zirkulieren kann, sollten Schränke oder Kommoden mit ein paar Zentimetern Abstand zur Wand aufgestellt werden. Oft ist das schon durch die Fußbodenleisten gewährleistet.


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