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Erfolg bei der Wohnungsbesichtigung Vermieter und Makler überzeugen

Wer in der Großstadt eine bezahlbare Wohnung sucht, muss hier mit reichlich Konkurrenz rechnen. Dabei entscheidet sich manchmal bereits bei der Wohnungsbesichtigung, wer am Ende den heiß ersehnten Mietvertrag unterschreiben darf. Nachfolgend geben wir ein paar Tipps, wie Wohnungssuchende den Makler und/oder Vermieter von sich überzeugen können.


Schon bei der Kontaktaufnahme positiv auffallen

Viele Wohnungssuchende kennen das Szenario – Man findet eine verlockende Annonce, bei der sowohl die Miete, als auch die Größe der Wohnung perfekt passen. Zudem hat die Wohnung noch einen Südbalkon. Doch bei der Wohnungsbesichtigung steht dann eine Horde von weiteren Interessenten vor der Tür. Wer hier einen kühlen Kopf bewahrt und sich ausreichend vorbereitet, der kann Vermieter und Makler trotz umfassender Konkurrenz von sich überzeugen.

In der Regel gibt die Wohnungsanzeige Aufschluss darüber, ob der Vermieter oder Makler lieber per E-Mail oder telefonisch kontaktiert werden möchte. Im Zweifel empfiehlt sich eine E-Mail – darin kann der Interessent bereits wichtige Informationen nennen und den Vermieter direkt ansprechen:

  • Steht der Name des Vermieters in der Anzeige, empfiehlt sich eine direkte Anrede.
  • Benennen, um welche Wohnung es geht.
  • Das Interesse an dieser Wohnung formulieren.
  • Ein oder zwei Sätze zu sich selbst.
  • Seriös wirken
  • Den Makler oder Vermieter um einen Besichtigungstermin bitten.
  • Zudem empfiehlt sich ein Abschiedsgruß: zum Beispiel „mit freundlichen Grüßen“, „freundliche Grüße“ oder „vielen Dank im Voraus“.


Erhält man eine Rückmeldung, sollte möglichst eine Einzelbesichtigung bei Tageslicht vereinbart werden. Ist dies nicht möglich, sind Kompromisse nötig.


Die Wohnungsbesichtigung gut vorbereiten

Wer gut Vorbereitet zu einer Wohnungsbesichtigung geht, ist auf jeden Fall im Vorteil. Meist reicht es schon, sich im Vorfeld zu überlegen, welche Informationen für die eigene Entscheidung wichtig sind und wie man einen möglichst guten Eindruck hinterlässt.


Fragen notieren

Nach dem Besichtigungstermin sollte der Interessent alle wichtigen Informationen haben, die er für seine Entscheidungsfindung benötigt.

  • Was gehört alles zur Wohnung? Gibt es zum Beispiel einen Stellplatz, ein Keller- oder Dachbodenanteil?
  • Gibt es Platz für ein Fahrrad oder einen Kinderwagen?
  • Welche Nebenkosten fallen zusätzlich an?
  • Und um welche Kosten handelt es sich dabei? Beispielsweise Kosten für Heizung und Warmwasser, Fernsehanschluss und Gebäudereinigung.
  • Wie hoch sind die zu erwartenden Heizkosten?
  • Gehört die Einbauküche zur Wohnung, muss sie abgelöst werden und gibt es weitere Möbel, die der Vormieter gerne abgeben würde?
  • Welche Aufgaben und Pflichten gelten in der Hausgemeinschaft? Etwa feste Ruhezeiten, Nutzung von Waschräume oder Reinigungsaufgaben.
  • Gibt es eine gute Infrastruktur? Sind zum Beispiel Einkaufsmöglichkeiten, öffentliche Verkehrsmittel, Grünflächen oder Ärzte in der Nähe?


Unterlagen zusammenstellen

Mietinteressenten sind nicht verpflichtet, vor der Wohnungsbesichtigung persönliche Informationen von sich preiszugeben. Für einen positiven Eindruck kann es aber durchaus von Vorteil sein, zum Termin Informationen mitbringen, die dem Vermieter helfen, eine positive Entscheidung zu treffen.

Hilfreich sind oft Belege, mit denen der künftige Mieter beweist, dass er seine Miete zuverlässig zahlt. Zum Beispiel:

  • Eine Bonitätsauskunft wie zum Beispiel von der Schufa.
  • Gehaltsnachweise: zum Beispiel Gehaltsabrechnungen oder Kontoauszüge, bei denen alle nicht-relevanten Daten geschwärzt sind.
  • Eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des bisherigen Vermieters: Diese Bescheinigung muss der Vorvermieter aber nicht ausstellen, wenn er nicht will.
  • Eine Bürgschaft der Eltern bei jungen Mietern.


Passende Kleidung wählen

Für eine Wohnungsbesichtigung eignet sich am besten schlichte, aber ordentliche Kleidung, wie beispielsweise eine ordentliche Jeans und eine saubere Bluse oder ein faltenloses Sakko. Wer alleine unsicher ist, kann auch eine Begleitung zum Besichtigungstermin mitbringen.


Immer höflich sein

Pünktlichkeit, Ehrlichkeit und Höflichkeit sind wichtige Eigenschaften, die Makler zu schätzen wissen.


Gekonnt auf Fragen reagieren

Wird ein Fragenkatalog ausgehändigt, in dem alle für den Vermieter relevanten Informationen abgefragt werden, muss nicht immer alle Fragen (ehrlich) beantworten. Bei Fragen zu Familienplanung oder Politik dürfen Interessenten die Antwort verweigern oder sogar lügen.

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Nicht alles erzählen

Werden vom Makler oder Vermieter Nachfragen zum Privatleben gestellt, darf auch gelogen werden: Fragen zu Rauchverhalten, Religion oder Vorstrafen müssen nicht wahrheitsgemäß beantwortet werden. Wer in die Wohnung einziehen will, muss hingegen wahrheitsgemäß beantwortet werden. In welcher Beziehung die Bewohner zueinander stehen, geht den Vermieter aber nichts an.


Checkliste für die Wohnungsbesichtigung

Nachfolgend einige Dinge, auf die Mietinteressenten bei der Wohnungsbesichtigung genau achten sollten:

  • Gibt es ausreichend Tageslicht in der Wohnung oder gibt es Zimmer, in die kaum Licht gelangt?
  • Passt die Raumaufteilung zu den persönlichen Bedürfnissen?
  • Ist in der Wohnung alles vorhanden, was sich der Interessent wünscht? Beispielsweise eine Badewanne oder ein Balkon?
  • Gibt es Durchgangszimmer, die stören könnten?
  • Reicht der vorhandene Stauraum?
  • Sind in der Umgebung mögliche Belästigungen, zum Beispiel Lärmquellen?
  • Ist die Wohnung hellhörig oder eher weniger?
  • Wie ist die Wohnung gedämmt?
  • Welche Art von Heizung wird genutzt?
  • Gibt es Spuren von Schimmel oder Wasserflecken?
  • Sind erkennbare Schäden in der Wohnung vorhanden?
  • In welchem Zustand sind Fenster, Türen und Böden?
  • Sind genug Steckdosen in den Räumen und an den richtigen Stellen?
  • Gibt es einen Satelliten- oder Kabelanschluss für Fernseher?


Sind zudem Fragen zu Nebenkosten, Stellplätzen oder sonstigen Details aus der Wohnungsanzeige offengeblieben, sollten auch diese gestellt werden.

Download: Umzugscheckliste mit Timeline.pdf


Fotos als Gedächtnisstütze

Es kann durchaus hilfreich sein, Fotos von der Wohnung zu machen, um diese später mit anderen Wohnungen zu vergleichen. Einfach drauflos zu knipsen ist aber nicht erlaubt – Interessenten müssen erst den Vermieter oder Makler um Erlaubnis fragen. Ist die Wohnung noch bewohnt, sollte der Fotoapparat in der Tasche bleiben: Fotos verletzen die Privatsphäre der Vormieter.


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