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Wann Makler keinen Anspruch auf eine Provision haben Tipps zu überhöhten Maklerforderungen

Wer in der Großstadt eine Wohnung sucht, hat es oft nicht leicht, eine geeignete Mietwohnung zu finden. Hier kann es ratsam sein, einen Makler zu beauftragen. Doch ist dies auch mit Kosten verbunden. Durch das Wohnungsvermittlungsgesetz (WoVermG) sind Wohnungssuchende allerdings vor unzulässigen oder überhöhten Maklerforderungen geschützt.


Es muss allerdings keine Maklerprovision gezahlt werden, wenn

  • die vermittelte Wohnung eine Sozialwohnung, eine vertraglich vereinbart geförderte Wohnung, eine Wohnung der integrierten (einkommensorientierten) Förderung oder eine nach dem Wohnraumförderungsgesetz seit dem 01.01.2002 geförderte Wohnung mit Belegungsbindungen ist. (§ 2 Abs. 3 WoVermG).
  • durch den Mietvertrag das Mietverhältnis über dieselbe Wohnung lediglich fortgesetzt, verlängert oder erneuert wird (§ 2 Abs. 2 WoVermG).
  • der/die Wohnungsvermittler/in selbst Eigentümer/in, Verwalter/in oder Vermieter/in der Wohnung ist oder diese eng miteinander wirtschaftlich verflochten sind (§ 2 Abs. 2 WoVermG).
  • der/die Makler/in vom Vermieter beauftragt wurde (§ 2 Abs. 1a WoVermG).


Maklern ist es nicht erlaubt, neben oder anstelle der zulässigen Provision Vorschüsse, Schreibgebühren oder Auslagenerstattungen zu vereinbaren oder anzunehmen. Dies gilt nicht, wenn die nachgewiesenen Auslagen eine Monatsmiete übersteigen. Es kann jedoch vereinbart werden, dass die in Erfüllung des Auftrages nachweisbar entstandenen Auslagen zu erstatten sind, sollte kein Mietverhältnis zustande kommen (§ 3 Abs. 3 WoVermG).

Sollte ein Wohnungssuchender dem Makler eine Auslagenerstattung, einen Vorschuss, eine überhöhte Vertragsstrafe oder ein Entgelt bezahlt haben, das ihm nicht zusteht, kann die nicht gerechtfertigte Leistung zurückgefordert werden. Generell können bei Verstößen gegen die zwingenden Bestimmungen des Wohnungsvermittlungsgesetzes, unzulässige Beträge zurückverlangt werden.

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Wenn überhöhte Provisionen gefordert werden

Werden überhöhte Provisionen gefordert oder seit dem 1. Juni 2015 eine vom Wohnungssuchenden (gemäß § 2 Abs. 1a WoVermG) nicht geschuldete Maklerprovision auf den Wohnungssuchenden abgewälzt, droht dem Makler ggf. eine Geldbuße bis zu 25.000 Euro.

Seit dem 1. Juni 2015 gilt, dass Makler nur dann eine Provision verlangen können, wenn er vom Wohnungssuchenden in Textform (schriftlich, per Fax oder E-Mail) beauftragt wurde (§ 2 Abs. 1a WoVermG). Wird der Wohnungssuchende durch eine Vereinbarung verpflichtet, eine vom Vermieter geschuldete Maklerprovision zu zahlen, ist diese unwirksam (§ 2 Abs. 5 WoVermG).

Eine zulässige Maklerprovision beträgt für Wohnräume maximal zwei Monatsmieten zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer). Nebenkosten, die gesondert abgerechnet werden, bleiben dabei unberücksichtigt (§ 3 Abs. 2 WoVermG). Bei Mietverträgen mit Staffelmiete ist die Miete im ersten Jahr maßgebend. Geschäftsräume sind dann wie Wohnräume zu behandeln, wenn diese wegen ihres räumlichen oder wirtschaftlichen Zusammenhangs mit Wohnräumen zusammen vermietet werden.

Ein Makler kann nur dann eine Vermittlungsprovision verlangen, wenn durch seine Tätigkeit auch tatsächlich ein Mietvertrag zu Stande gekommen ist.


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